Durch meine Fensterscheibe beobachte ich, wie sich der Himmel über Mecklenburg-Vorpommern verdunkelt. Die angekündigte Regenfront hat uns erreicht. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt wird der Regen zur tückischen Gefahr auf Straßen und Gehwegen – Glatteis droht.
Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes klingt in meinen Ohren nach. Besonders im westlichen Landesteil müssen wir aufpassen. Zwischen Wismar und Schwerin verwandeln sich nasse Straßen in spiegelglatte Flächen. Auf dem Weg zur Redaktion rutschte mein Auto bereits mehrfach leicht weg. Die Streudienste sind im Dauereinsatz. Ihre orangefarbenen Fahrzeuge prägen das Stadtbild. «Wir arbeiten auf Hochtouren, um die Hauptverkehrswege freizuhalten», erklärt mir Thomas Krüger vom Schweriner Winterdienst. «Die Kombination aus gefrorenem Boden und Regen ist besonders heimtückisch.»
Ein Blick in mein Handy: Freunde aus Rostock berichten von ersten Unfällen. Die Polizei warnt eindringlich. Fahren Sie vorsichtig, bleiben Sie wenn möglich zu Hause. Der öffentliche Nahverkehr meldet Verspätungen. An der Bushaltestelle vor meinem Büro stehen die Menschen dicht gedrängt. Eine ältere Dame mit Einkaufstaschen wagt kaum einen Schritt.
Die Wetterexperten prognostizieren Entspannung erst für morgen Nachmittag. Bis dahin heißt es: Vorsicht auf Schritt und Tritt. In dieser glatten Ausnahmesituation zeigt sich wieder einmal, wie sehr wir trotz aller Technologie den Naturgewalten ausgeliefert sind. Meine dicken Winterstiefel mit Profil werden heute meine besten Freunde sein.