Der Winter hat Bayern fest im Griff. Seit gestern Abend verwandelt Glatteis unsere Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Besonders im südlichen Landesteil häufen sich die Unfälle. «Die Situation ist tückisch, weil der Temperaturwechsel so plötzlich kam», erklärt Polizeisprecher Markus Weber aus München.
Auf der A8 bei Rosenheim überschlug sich ein Kleinwagen nach einer Vollbremsung dreimal. Die Familie kam mit dem Schrecken davon. Nahe Füssen rutschte ein Reisebus mit 42 Personen in den Straßengraben. «Es grenzt an ein Wunder, dass nur zwei Fahrgäste leicht verletzt wurden», so die Einsatzkräfte vor Ort. Im Allgäu zählte die Polizei seit gestern über 30 glättebedingte Unfälle. Auch in Oberbayern sieht es nicht besser aus. Gestern Abend stand ich selbst auf der B12 im Stau. Ein Lkw hatte sich quergestellt. Die Bergung dauerte zwei Stunden. Die Stimmung unter den Wartenden schwankte zwischen Frust und stoischer Gelassenheit.
Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor überfrierender Nässe. Die Räumdienste arbeiten seit gestern Nacht im Dauereinsatz. Die Winterdienst-Situation zeigt wieder einmal: Trotz aller Technik behält die Natur oft die Oberhand. Wer nicht unbedingt raus muss, sollte heute und morgen lieber zu Hause bleiben. Die Sicherheit geht vor.