In Hartha kämpft die Feuerwehr seit den frühen Morgenstunden gegen einen Großbrand in einem Mehrfamilienhaus. Das Feuer brach gegen 4:30 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache im Dachstuhl des dreistöckigen Gebäudes aus und breitete sich rasch aus. Alle 15 Bewohner konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.
«Es war ein Wettlauf gegen die Zeit», berichtet Einsatzleiter Michael Bergmann. «Als wir eintrafen, stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand, und die Flammen drohten auf benachbarte Häuser überzugreifen.» Über 70 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus Hartha und den umliegenden Gemeinden sind vor Ort.
Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig. Der starke Wind facht die Flammen immer wieder an, und die alte Bausubstanz des Hauses bietet dem Feuer viel Nahrung. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Arbeiten noch bis in die Abendstunden andauern werden.
Für die evakuierten Bewohner hat die Stadt Hartha eine Notunterkunft in der nahegelegenen Turnhalle eingerichtet. Das Rote Kreuz versorgt die Betroffenen mit Nahrung, Getränken und dem Nötigsten für die ersten Tage. «Wir stehen unter Schock», sagt Anwohnerin Petra Müller. «Ich konnte nur meinen Geldbeutel und mein Handy mitnehmen. Alles andere ist noch im Haus.»
Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mindestens 500.000 Euro. Das Gebäude ist akut einsturzgefährdet und wird vermutlich nicht mehr bewohnbar sein. Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, werden Brandermittler die Untersuchungen zur Ursache aufnehmen.
Bürgermeister Ronald Kunze hat bereits Unterstützung für die betroffenen Familien zugesagt: «Wir werden niemanden alleine lassen. Gemeinsam mit dem Landratsamt und Wohnungsunternehmen suchen wir bereits nach Ersatzwohnraum.»
Die Stadtverwaltung hat für die Betroffenen ein Spendenkonto eingerichtet und bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Besonders Kleidung, Hygieneartikel und Haushaltsgegenstände werden dringend benötigt.
Die Hauptstraße in Hartha bleibt wegen der Löscharbeiten voraussichtlich bis morgen gesperrt. Autofahrer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, da die Rauchentwicklung noch immer erheblich ist.