Ein Großbrand in einer Lagerhalle im Hamburger Stadtteil Jenfeld hat am Samstag einen umfangreichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Nach Angaben der Feuerwehr Hamburg brach das Feuer am frühen Nachmittag in der etwa 800 Quadratmeter großen Halle aus. Schwarze Rauchsäulen waren weithin sichtbar und zogen über den östlichen Stadtbereich.
Die Feuerwehr rückte mit mehr als 80 Einsatzkräften an, um den Brand zu bekämpfen. «Als unsere ersten Einheiten eintrafen, stand bereits ein Großteil der Halle in Vollbrand», berichtet Einsatzleiter Torsten Schmidt. Die Flammen hatten sich schnell durch die gelagerten Materialien gefressen.
Besonders herausfordernd gestaltete sich die Wasserversorgung am Einsatzort. Die Feuerwehr musste mehrere hundert Meter Schlauchleitungen verlegen, um ausreichend Löschwasser zur Brandstelle zu bringen. «In solchen Industriegebieten müssen wir oft kreative Lösungen finden», erklärt Schmidt.
Anwohner in Jenfeld und angrenzenden Stadtteilen wurden über Warn-Apps und Durchsagen gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. «Bei Bränden dieser Größenordnung können gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden», warnt Dr. Anna Weber vom Gesundheitsamt Hamburg. «Auch wenn keine akute Gefahr bestand, war die Vorsichtsmaßnahme notwendig.»
Nach intensiven Löscharbeiten konnte die Feuerwehr den Brand nach etwa vier Stunden unter Kontrolle bringen. Die Nachlöscharbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden. Ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude wurde erfolgreich verhindert.
Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein technischer Defekt verantwortlich sein. «Wir schließen derzeit keine Möglichkeit aus», sagt Polizeisprecherin Kathrin Müller. «Unsere Brandermittler werden in den kommenden Tagen den Brandort genau untersuchen.»
In der betroffenen Halle waren verschiedene Materialien und Maschinen gelagert. Der entstandene Sachschaden wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt, da sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs niemand in der Halle aufhielt.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Industriebränden, die Hamburg in den letzten Jahren erlebt hat. 2019 kam es zu einem ähnlichen Großbrand in Billbrook, 2021 brannte eine Recyclinganlage in Wilhelmsburg. Die Feuerwehr Hamburg hat daraufhin ihre Einsatzkonzepte für Industriebrände weiterentwickelt.
Für die Anwohner in Jenfeld bedeutete der Brand erhebliche Einschränkungen. Mehrere Straßen mussten für den Einsatz gesperrt werden, was zu Verkehrsbehinderungen führte. «Ich wohne nur drei Straßen entfernt und konnte den Rauch bis in meine Wohnung riechen, obwohl alle Fenster geschlossen waren», berichtet Anwohnerin Sabine Krüger.
Die Feuerwehr Hamburg appelliert an alle Unternehmen, ihre Brandschutzmaßnahmen regelmäßig zu überprüfen. «Vorbeugende Maßnahmen sind der beste Schutz gegen solche Großbrände», betont Brandschutzexperte Michael Stein. «Regelmäßige Wartung von elektrischen Anlagen und ordnungsgemäße Lagerung brennbarer Materialien können viel Unheil verhindern.»