Die gute Nachricht für Hamburger Pendler: Seit Montagmorgen ist die Kollaustraße in Lokstedt wieder teilweise für den Verkehr freigegeben. Drei Wochen nach dem massiven Wasserrohrbruch können Autofahrer nun zumindest eine Fahrspur in jede Richtung nutzen. Der Rohrbruch hatte am 2. Januar große Teile der wichtigen Verkehrsader überflutet und erhebliche Schäden verursacht.
«Wir haben Tag und Nacht gearbeitet, um die Straße so schnell wie möglich wieder befahrbar zu machen», erklärt Thomas Weber von Hamburg Wasser. Die Reparaturarbeiten an der gebrochenen Hauptwasserleitung konnten schneller als ursprünglich geplant abgeschlossen werden. Zunächst hatte die Behörde mit einer Sperrung bis Ende Januar gerechnet.
Die Kollaustraße gehört zu den meistbefahrenen Straßen im Hamburger Nordwesten. Täglich nutzen etwa 35.000 Fahrzeuge diese wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Lokstedt, Niendorf und Schnelsen. Die plötzliche Sperrung hatte zu erheblichen Verkehrsbehinderungen und Staus in den umliegenden Wohngebieten geführt.
Anwohnerin Petra Müller aus der nahe gelegenen Osterfeldstraße berichtet: «Die letzten Wochen waren eine echte Belastung. Normalerweise brauche ich 15 Minuten zur Arbeit, zuletzt waren es über 45 Minuten.» Auch Einzelhändler in der Umgebung beklagten deutliche Umsatzeinbußen. «Bei uns kamen fast 30 Prozent weniger Kunden», sagt Klaus Bergmann, Inhaber eines Bäckereigeschäfts an der Kollaustraße.
Der Wasserrohrbruch hatte am frühen Morgen des 2. Januar für chaotische Szenen gesorgt. Eine zwei Meter breite Wasserfontäne schoss aus dem Asphalt und überschwemmte die Straße binnen Minuten. Das ausströmende Wasser unterspülte den Straßenbelag auf einer Länge von fast 50 Metern und einer Breite von 15 Metern. Mehrere Autos wurden beschädigt, glücklicherweise gab es keine Verletzten.
Die Reparaturarbeiten gestalteten sich aufwendiger als zunächst angenommen. «Die Hauptwasserleitung liegt in etwa drei Metern Tiefe. Wir mussten nicht nur das gebrochene Rohr ersetzen, sondern auch den kompletten Straßenunterbau neu aufbauen», erläutert Weber. Erschwerend kam hinzu, dass im betroffenen Bereich zahlreiche weitere Versorgungsleitungen verlaufen, die nicht beschädigt werden durften.
Die Ursache für den Rohrbruch war das Alter der Wasserleitung. Die gusseiserne Hauptleitung stammte aus dem Jahr 1954 und hätte laut Sanierungsplan der Stadt ohnehin in diesem Jahr erneuert werden sollen. «Diese Generation von Rohren erreicht allmählich das Ende ihrer Lebensdauer», erklärt Wasserbauingenieurin Dr. Claudia Hennings. Hamburg Wasser investiert jährlich rund 50 Millionen Euro in die Erneuerung des über 5.400 Kilometer langen Wasserrohrnetzes der Hansestadt.
Trotz der teilweisen Freigabe sind die Arbeiten an der Kollaustraße noch nicht vollständig abgeschlossen. «Wir müssen noch die letzten Asphaltierungsarbeiten durchführen und die Markierungen aufbringen», sagt Bauleiter Frank Schulz. Voraussichtlich Ende Februar sollen alle Fahrspuren wieder normal befahrbar sein. Bis dahin ist mit einer reduzierten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h im Baustellenbereich zu rechnen.
Die Umleitung über die Osterfeldstraße und Lokstedter Steindamm bleibt vorerst bestehen, wird aber deutlich weniger genutzt werden müssen. Der öffentliche Nahverkehr kehrt ebenfalls schrittweise zum Normalbetrieb zurück. Die Buslinien 5 und 22 werden ab Dienstag wieder auf ihren regulären Routen verkehren.
Bezirksamtsleiter Kay Gätgens zeigt sich erleichtert über die schnellere Teilöffnung: «Die Kollaustraße ist eine unserer wichtigsten Verkehrsachsen. Ich danke allen Anwohnern für ihre Geduld und den Einsatzkräften für ihre hervorragende Arbeit unter schwierigen Bedingungen.»
Für die betroffenen Anwohner ist die Teilöffnung ein wichtiger Schritt zurück zur Normalität. «Endlich kann ich wieder normal zur Arbeit fahren», freut sich Michael Petersen, der täglich von Niendorf in die Innenstadt pendelt. «Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend.»
Hamburg Wasser weist darauf hin, dass in den kommenden Jahren weitere Abschnitte des Hamburger Wasserrohrnetzes erneuert werden müssen. Stadtteile mit älteren Leitungen wie Eimsbüttel, Barmbek und Teile von Winterhude stehen besonders im Fokus. Die Behörde arbeitet an einem umfassenden Sanierungsplan, um ähnliche Vorfälle in Zukunft möglichst zu vermeiden.