Die weiße Winterlandschaft in Hamburg wird uns noch einige Tage erhalten bleiben. Nach den starken Schneefällen der vergangenen Tage rechnet der Deutsche Wetterdienst mit weiteren winterlichen Bedingungen in der Hansestadt. Für Anwohner bedeutet dies: Winterjacken und rutschfeste Schuhe bleiben weiterhin unverzichtbar.
«Die kalte Witterung hat Hamburg fest im Griff», erklärt Meteorologe Jürgen Meier vom Deutschen Wetterdienst. «Wir erwarten in den kommenden Tagen weitere leichte Schneefälle und Temperaturen, die meist unter dem Gefrierpunkt bleiben werden.» Besonders in den frühen Morgenstunden und nachts könne es durch überfrierende Nässe glatt werden.
Die Stadtreinigung Hamburg ist im Dauereinsatz. Bereits seit Anfang der Woche sind die Streufahrzeuge unterwegs, um Hauptverkehrsstraßen und wichtige Fußwege freizuhalten. «Unsere Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr», berichtet Susanne Weber von der Stadtreinigung. «Allein in den letzten drei Tagen haben wir über 800 Tonnen Streusalz eingesetzt.»
Für die Hamburger Verkehrsbetriebe bedeutet der Wintereinbruch eine besondere Herausforderung. Einige Buslinien meldeten Verspätungen, besonders in den Außenbezirken wie Bergedorf und Harburg, wo die Straßenverhältnisse teilweise schwierig sind. Die U- und S-Bahnen fahren bisher weitgehend nach Plan.
In den Stadtparks und an der Alster genießen viele Hamburger hingegen das winterliche Wetter. Vor allem Familien mit Kindern nutzen die schneebedeckten Hügel zum Rodeln. «So viel Schnee hatten wir seit Jahren nicht mehr», freut sich Michael Schulz, der mit seinen beiden Kindern im Stadtpark unterwegs ist. «Die Kinder können sich gar nicht entscheiden, ob sie Schneemänner bauen oder Schlitten fahren wollen.»
Die Winterfreude hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Die Notaufnahmen der Hamburger Krankenhäuser verzeichnen einen Anstieg von Verletzungen durch Stürze auf glatten Wegen. Das UKE berichtet von etwa 30 Prozent mehr Patienten mit Knochenbrüchen und Prellungen seit Beginn des Wintereinbruchs.
Für obdachlose Menschen stellt die Kälte eine besondere Gefahr dar. Die Sozialbehörde hat das Winternotprogramm ausgeweitet. «Wir haben zusätzliche Schlafplätze geschaffen und die Öffnungszeiten der Wärmestuben verlängert», erklärt Sozialsenatorin Melanie Leonhard. «Niemand soll bei diesen Temperaturen im Freien übernachten müssen.»
Der Einzelhandel in der Innenstadt berichtet von gemischten Auswirkungen. «Einerseits kommen weniger Kunden spontan vorbei», sagt Einzelhändlerin Maria Schmidt vom Geschäft «Wintertraum» am Jungfernstieg. «Andererseits verkaufen wir deutlich mehr Winterkleidung und Accessoires als in den letzten, milderen Wintern.»
Für Gartenbesitzer hat der Hamburger Gartenbauverband eine wichtige Empfehlung: «Schütteln Sie den schweren Schnee vorsichtig von Ästen und immergrünen Pflanzen, damit diese nicht brechen», rät Fachmann Thomas Müller. «Und denken Sie daran, Vögel zu füttern, die bei geschlossener Schneedecke kaum Nahrung finden.»
Die Wetterdienste erwarten, dass die winterlichen Bedingungen mindestens bis zum kommenden Wochenende anhalten werden. Danach könnte es etwas milder werden, wobei die Temperaturen zunächst um den Gefrierpunkt bleiben dürften. «Ein schnelles Ende des Winters ist nicht in Sicht», fasst Meteorologe Meier zusammen. «Die Hamburger sollten sich auf mindestens zwei weitere Wochen mit winterlichem Wetter einstellen.»
Für alle, die mit dem Auto unterwegs sein müssen, empfiehlt die Polizei Hamburg besondere Vorsicht: «Fahren Sie vorausschauend, halten Sie größeren Abstand und reduzieren Sie die Geschwindigkeit», so Polizeisprecherin Lena Krüger. «Und bitte räumen Sie Ihre Fahrzeuge komplett von Schnee und Eis, bevor Sie losfahren.»