Der März bringt neue Herausforderungen für Bahnreisende in Hamburg. Die Deutsche Bahn hat umfangreiche Bauarbeiten angekündigt, die zu erheblichen Einschränkungen im Fern- und Regionalverkehr führen werden. Pendler und Reisende sollten sich auf Zugausfälle, Ersatzverkehr und längere Fahrzeiten einstellen.
Besonders betroffen sind die Strecken zwischen Hamburg und Berlin sowie Hamburg und Hannover. «Wir modernisieren wichtige Bahnknoten, um die Zuverlässigkeit unseres Netzes langfristig zu verbessern», erklärt Bahnsprecherin Franziska Meyer. Nach Angaben der Bahn werden die Arbeiten mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Auf der vielbefahrenen Strecke zwischen Hamburg und Berlin fallen zwischen dem 10. und 24. März täglich mehrere ICE- und IC-Verbindungen aus. Die verbleibenden Züge werden über Umwege geleitet, wodurch sich die Fahrtzeit um etwa 45 Minuten verlängert. Der Hamburger Hauptbahnhof, der täglich von über 500.000 Menschen genutzt wird, bleibt zwar erreichbar, aber mit deutlich reduziertem Angebot.
Im Regionalverkehr sind besonders die Linien RE1, RE3 und RE4 betroffen. Hier richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. «Die Busse fahren zwar regelmäßig, brauchen aber naturgemäß länger als die Züge», so Meyer. Fahrgäste sollten pro Strecke mit 30 bis 60 Minuten zusätzlicher Reisezeit rechnen.
Auch der S-Bahn-Verkehr bleibt nicht verschont. Zwischen Altona und Hauptbahnhof wird an zwei Wochenenden im März nur ein eingeschränkter Betrieb möglich sein. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) empfiehlt, auf U-Bahnen und Busse auszuweichen.
«Die Bauarbeiten sind notwendig, um unser Schienennetz fit für die Zukunft zu machen», betont Baukoordinator Thomas Schmidt. «Wir wissen, dass die Einschränkungen für viele Fahrgäste ärgerlich sind, bitten aber um Verständnis.» Die Bahn investiert allein in Hamburg und Umgebung in diesem Jahr über 300 Millionen Euro in die Infrastruktur.
Für Pendler, die täglich auf die Bahn angewiesen sind, stellt diese Situation eine besondere Belastung dar. Die Handelskammer Hamburg rechnet mit wirtschaftlichen Auswirkungen, da viele Beschäftigte später zur Arbeit kommen werden. «Wir empfehlen Unternehmen, flexible Arbeitszeiten anzubieten und wenn möglich verstärkt auf Homeoffice zu setzen», rät Kammersprecher Martin Weber.
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Kommunikation der Deutschen Bahn. «Die Information über die Bauarbeiten kam zu kurzfristig», sagt Peter Schulz, Vorsitzender des Hamburger Landesverbands. «Viele Reisende hatten keine Chance, ihre Pläne rechtzeitig anzupassen.» Er fordert die Bahn auf, künftig früher über größere Baumaßnahmen zu informieren.
Reisenden wird empfohlen, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Situation zu informieren. Dies ist über die DB-App, die Website der Deutschen Bahn oder telefonisch bei der Fahrplanauskunft möglich. Für Fernreisen rät die Bahn dazu, Sitzplätze zu reservieren, da die verkehrenden Züge voraussichtlich stärker ausgelastet sein werden.
Trotz aller Hindernisse gibt es einen Lichtblick: Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen die Züge pünktlicher und zuverlässiger fahren. «Das ist unser Ziel», betont Bahnsprecherin Meyer. «Wir danken allen Fahrgästen für ihr Verständnis während dieser intensiven Bauphase.»
Die Bahn verspricht, alles daran zu setzen, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Zusätzliches Personal wird an den Bahnhöfen eingesetzt, um Reisende zu informieren und bei Problemen zu helfen. Für Pendler mit Zeitkarten prüft die Bahn zudem Entschädigungsmöglichkeiten.