In Hellersdorf kam es gestern Nachmittag zu einem schweren Verkehrsunfall, der den Berufsverkehr für mehrere Stunden lahmlegte. Nach ersten Informationen der Polizei kollidierte ein Personenwagen mit einem Lastkraftwagen an der Kreuzung Neue Grottkauer Straße und Stendaler Straße.
Der Unfall ereignete sich gegen 16:30 Uhr, als der Fahrer eines silbernen Volkswagen offenbar die Vorfahrt des LKW missachtete. Augenzeugen berichteten, dass der PKW mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war und trotz roter Ampel in die Kreuzung einfuhr. Der LKW-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen.
«Ich habe einen lauten Knall gehört und bin sofort ans Fenster gelaufen», erzählt Anwohnerin Claudia Müller (58). «Es sah schlimm aus. Die Front des Autos war völlig zertrümmert.»
Die Feuerwehr rückte mit mehreren Einsatzfahrzeugen an und musste den 42-jährigen Autofahrer aus dem Wrack befreien. Er erlitt schwere Verletzungen und wurde nach notärztlicher Versorgung ins Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn gebracht. Sein Zustand wird als kritisch, aber stabil beschrieben. Der 53-jährige LKW-Fahrer kam mit einem Schock und leichten Verletzungen davon.
Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Die Sperrung dauerte bis in die späten Abendstunden an, da Spezialisten der Verkehrspolizei den Unfallhergang dokumentierten und Trümmerteile beseitigt werden mussten. Auch auslaufende Betriebsstoffe mussten von der Fahrbahn entfernt werden.
Die Polizei hat Ermittlungen zur genauen Unfallursache aufgenommen. Neben der möglichen Missachtung der Ampel wird auch geprüft, ob überhöhte Geschwindigkeit oder technisches Versagen eine Rolle gespielt haben könnte. Die Beamten suchen weitere Zeugen, die den Unfall beobachtet haben.
Dieser schwere Unfall reiht sich in eine besorgniserregende Statistik ein. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei in Hellersdorf insgesamt 852 Verkehrsunfälle, davon 127 mit Personenschäden. Die Kreuzung Neue Grottkauer Straße/Stendaler Straße gilt bei Anwohnern schon länger als Gefahrenpunkt.
«Hier wird oft zu schnell gefahren, besonders in den Hauptverkehrszeiten», sagt Günther Weber (67), der seit über 20 Jahren in der Nähe wohnt. «Die Ampelschaltung ist kompliziert und viele nehmen keine Rücksicht. Der Bezirk sollte endlich etwas unternehmen.»
Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, mehrere Kreuzungen im Bezirk sicherer zu gestalten. Ob die Unfallkreuzung Teil dieser Pläne ist, konnte gestern nicht mehr geklärt werden.