Am Spielfeldrand des Volksparks brodelt die Gerüchteküche wie selten zuvor. Der HSV-Aufsichtsrat sah sich gestern zu einer ungewöhnlichen öffentlichen Stellungnahme gezwungen. Anlass waren die anhaltenden Spekulationen um ein mögliches Engagement von Stefan Kuntz beim Traditionsverein. Seit Wochen kreisen die Gerüchte über personelle Veränderungen in der Führungsebene des Zweitligisten.
«Wir stehen geschlossen hinter dem eingeschlagenen Weg und dem aktuellen Vorstand«, betont der Aufsichtsrat in seinem Statement. Die klare Botschaft soll die Unruhe eindämmen, die seit Wochen die sportlichen Themen überlagert. Die Hamburger kämpfen erneut um den Aufstieg. Jede Ablenkung kann im engen Aufstiegsrennen entscheidend sein. In den Katakomben des Volksparkstadions spürt man die Anspannung förmlich.
Besonders interessant: Der Aufsichtsrat verneint explizit Gespräche mit Stefan Kuntz. Der ehemalige U21-Nationaltrainer wurde wiederholt als möglicher Sportvorstand gehandelt. Die Spekulationen verdichteten sich nach dem Aus von Kuntz als türkischer Nationaltrainer im Herbst. Ein Klub-Insider verriet mir gestern: «Die ständigen Gerüchte zehren an den Nerven aller Beteiligten.»
Die Stellungnahme kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Der HSV steht vor wegweisenden Wochen im Aufstiegskampf. Seit sechs Jahren kämpft der Dinosaurier um die Bundesliga-Rückkehr. Die klaren Worte des Aufsichtsrats sollen nun endlich Ruhe einkehren lassen. Doch die Frage bleibt: Reicht ein Statement, um die Spekulationen zu beenden? Die kommenden Spieltage werden zeigen, ob der HSV seinen Fokus wiedergefunden hat.