Als die Meldung über die Störung zwischen Uelzen und Celle eintraf, war mir sofort klar: Der Freitagabend würde für viele Reisende länger werden als geplant. Eine defekte Oberleitung hatte den Zugverkehr komplett zum Erliegen gebracht. Ein ICE aus Hamburg strandete auf offener Strecke – ein Szenario, das leider immer häufiger zur deutschen Bahnrealität gehört.
Die Situation entwickelte sich dramatisch. Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Oberleitung zwischen Celle und Uelzen zogen sich über Stunden hin. Passagiere mussten in einem gestrandeten ICE ausharren, während die Deutsche Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen organisierte. «Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, bitten aber um Geduld», erklärte ein Bahnsprecher am Abend. Besonders betroffen waren Reisende der Metronom-Züge auf der Strecke Hamburg-Hannover. Vergangenes Wochenende hatte ich selbst eine ähnliche Situation erlebt – drei Stunden Verspätung und die ständige Ungewissheit zehren an den Nerven.
Die Häufung solcher Vorfälle wirft Fragen zur Infrastruktur unseres Schienennetzes auf. Während die Politik von Verkehrswende spricht, erleben Bahnreisende regelmäßig die Grenzen des Systems. Die gestrigen Ereignisse bei Celle sind mehr als eine Unannehmlichkeit – sie sind Symptom eines tiefergehenden Problems. Bleibt zu hoffen, dass die angekündigten Milliardeninvestitionen in die Bahninfrastruktur bald spürbare Verbesserungen bringen. Bis dahin heißt es: Geduld mitbringen und Alternativen einplanen.