Illegaler Shisha-Tabak: Millionenschaden für die Staatskasse
In einer großangelegten Razzia hat der Stuttgarter Zoll gestern fünf illegale Shisha-Tabak-Fabriken im Stadtgebiet ausgehoben. Über 4,5 Tonnen unversteuerten Tabak stellten die Beamten sicher. Der Steuerschaden beläuft sich auf mindestens 230.000 Euro, wie das Hauptzollamt Stuttgart mitteilte.
«Die Hintermänner arbeiteten hochprofessionell und hatten ein ausgeklügeltes Vertriebsnetz aufgebaut», erklärt Oberamtsrat Michael Weber vom Zollfahndungsamt. Die Produktion fand in unauffälligen Lagerhallen im Industriegebiet Feuerbach statt. Wer die Gegend kennt, würde nie vermuten, was hinter den grauen Fassaden vor sich ging. Die Betreiber nutzten billige Rohstoffe und gefährliche Chemikalien, um den Tabak zu aromatisieren.
Bei den Durchsuchungen nahmen Einsatzkräfte acht Verdächtige fest. Neben dem Tabak beschlagnahmten sie Produktionsmaschinen, Verpackungsmaterial und Bargeld in sechsstelliger Höhe. Besonders brisant: In einer der Hallen fanden die Beamten auch ein kleines Labor zur Herstellung synthetischer Aromastoffe.
Der illegale Shisha-Tabak ist im Stuttgarter Nachtleben längst kein Geheimtipp mehr. Durch den Preisunterschied – legal verkaufter Tabak kostet gut das Dreifache – blüht das Geschäft. Die Ermittlungen dauern an, weitere Razzien in der Region sind geplant.