Der Blick auf die jüngsten Schlagzeilen zeigt ein beunruhigendes Muster. Immer mehr Kinder unter 14 Jahren werden straffällig. Die Diskussion um das Alter der Strafmündigkeit flammt wieder auf. Die CSU fordert nun, das Jugendstrafrecht bereits ab zwölf Jahren anzuwenden. Eine Debatte mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Implikationen.
In Anbetracht steigender Jugendkriminalität plädiert die CSU für radikale Maßnahmen. Das Jugendstrafrecht soll künftig schon bei Zwölfjährigen greifen. Derzeit liegt die Grenze bei 14 Jahren. «Die aktuelle Rechtslage wird der Realität nicht mehr gerecht», erklärt Alexander Hoffmann, rechtspolitischer Sprecher der CSU. Laut Polizeistatistik nahm die Gewalt unter Kindern in den vergangenen Jahren deutlich zu. Besonders besorgniserregend sind Fälle schwerer Körperverletzung und Raub.
Vergangene Woche erlebte ich selbst, wie eine Gruppe Kinder einen Gleichaltrigen bedrohte. Die Hilflosigkeit in seinen Augen hat mich nicht losgelassen. Experten warnen jedoch vor vorschnellen Reaktionen. Das Problem sei vielschichtiger. Soziale Faktoren, familiäre Hintergründe und mediale Einflüsse spielen eine entscheidende Rolle.
Die Debatte berührt fundamentale Fragen unseres Zusammenlebens. Wann beginnt Verantwortung? Wie schützen wir die Gesellschaft, ohne Kinder zu kriminalisieren? Der CSU-Vorstoß zwingt uns, diese schwierigen Fragen neu zu verhandeln. Vielleicht liegt die Antwort weniger im Strafrecht und mehr in präventiven Ansätzen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich ein gesellschaftlicher Konsens finden lässt.