Die Aufregung auf dem Bettenberg war am Sonntag greifbar. Nach der 1:2-Niederlage gegen Hannover 96 platzte Kaiserslauterns Geschäftsführer Thomas Hengen der Kragen. Eine strittige VAR-Entscheidung brachte das Fass zum Überlaufen. Der Videobeweis erkannte ein Tor der Pfälzer wegen Abseits nicht an. Die Entscheidung kostete möglicherweise wichtige Punkte im Aufstiegskampf.
Hengen ging nach dem Schlusspfiff in die Offensive. «Wir sollten den VAR komplett abschaffen», forderte der Geschäftsführer deutlich. Seine Kritik richtete sich gegen die Umsetzung des Systems. Aus seiner Sicht zerstört der Videobeweis die Emotionalität des Fußballs. Die feinen Linien bei Abseitsentscheidungen sorgen für Frustration bei Fans. Trainer Markus Anfang pflichtete seinem Boss bei. «Solche Entscheidungen können wir nicht beeinflussen», sagte Anfang sichtlich enttäuscht.
Die Szene selbst war denkbar knapp. Nur wenige Zentimeter trennten den FCK-Stürmer von einer regelkonformen Position. Im Stadion brandete zunächst Jubel auf. Dann folgte die lange Wartezeit während der Überprüfung. Die Ernüchterung nach dem Pfiff war im gesamten Block spürbar.
Die Diskussion um den VAR begleitet die Zweite Liga nun schon seit Jahren. Viele Trainer und Verantwortliche teilen Hengens Ansicht mittlerweile. Die Spontaneität des Spiels leidet unter den Unterbrechungen. Für Kaiserslautern geht es jetzt darum, die Enttäuschung abzuschütteln. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob dieser Rückschlag nachwirkt. Der Aufstiegstraum lebt trotz allem weiter auf dem Betze.