In diesen Tagen scheint die politische Stimmung so düster wie das Aprilwetter. Bundeskanzler Friedrich Merz steht unter Druck. Die neuesten Zahlen des ARD-Deutschlandtrends sprechen eine klare Sprache: 84 Prozent der Bürger sind unzufrieden mit der Regierung. Das ist Rekord – im negativen Sinne. Der versprochene „Herbst der Reformen» blieb aus, die Koalition agierte monatelang auf Sparflamme.
Was mir in Gesprächen mit Nachbarn und Kollegen auffällt: Die Menschen sind nicht nur enttäuscht, sie sind müde. Müde vom Warten auf Lösungen. Die Zahlen zeigen es deutlich: Merz kommt nur noch auf 21 Prozent Zustimmung, Vizekanzler Lars Klingbeil sogar nur auf 18 Prozent. Beide stürzen ab wie ein Stein im Wasser. Die Union rutscht auf 26 Prozent, die SPD auf magere zwölf. „Die Regierung muss jetzt liefern, sonst ist das Vertrauen endgültig weg», sagte mir neulich ein Mittelständler aus meiner Stadt.
Besonders bitter: Selbst unter den eigenen Wählern bröckelt die Unterstützung. Der Iran-Krieg zerstört Hoffnungen auf wirtschaftlichen Aufschwung. Drei Jahre Rezession hinterlassen Spuren. Die Industrie wandert ab. Energiepreise bleiben hoch. 70 Prozent trauen der Regierung nicht zu, die Wirtschaft zu retten. Bei den Sozialsystemen sieht es ähnlich düster aus: 74 Prozent glauben nicht an nötige Reformen.
Die Menschen wollen keine leeren Versprechen mehr. Sie wollen Taten sehen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Deutschland braucht endlich wieder Perspektiven – bevor das Vertrauen in die Politik komplett verloren geht.