Ein buntes Treiben erfüllte am vergangenen Wochenende den historischen Marktplatz in Kaiserswerth. Die Kaiserswerther Karnevalsgesellschaft (KKG) lud zum traditionellen Biwak ein und verwandelte das Herz des Stadtteils in eine fröhliche Karnevalshochburg. Trotz des wechselhaften Februarwetters kamen mehrere hundert Jecken zusammen, um gemeinsam die fünfte Jahreszeit zu feiern.
«Das Biwak ist für uns der Höhepunkt der Session im eigenen Veedel», erklärt Michael Laumen, Präsident der KKG. «Hier kommen alle Generationen zusammen – vom Kleinkind bis zur Seniorin.» Diese verbindende Kraft des Karnevals war deutlich zu spüren. Familien mit Kinderwagen standen neben kostümierten Senioren, während Gruppen junger Erwachsener in aufwendigen Verkleidungen für Stimmung sorgten.
Pünktlich um 11:11 Uhr eröffnete das Kaiserswerther Dreigestirn mit einem dreifachen «Helau» die Veranstaltung. Prinz Markus I., Bauer Thomas und Jungfrau Michaela begeisterten die Menge mit ihrer Bühnenpräsenz und ihren humorvollen Reden. Besonders die Jungfrau sorgte mit Anspielungen auf lokale Themen wie die ewigen Baustellen am Kaiserswerther Markt für herzhafte Lacher.
Das musikalische Programm ließ keine Wünsche offen. Die «Swinging Funfares», eine lokale Karnevalsband, heizten mit klassischen Karnevalsliedern und aktuellen Hits ein. Als «Mir sin nur einmal jung» erklang, bildete sich spontan eine Polonaise, die sich durch den gesamten Marktplatz schlängelte. Auch die Tanzgarden der KKG beeindruckten mit ihren Choreografien. Von den «Mini-Fünkchen» bis zur Prinzengarde zeigten alle Altersgruppen ihr Können.
Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Zahlreiche Stände boten rheinische Spezialitäten an – von der klassischen Bratwurst bis zum Reibekuchen mit Apfelmus. Der Glühwein und das frisch gezapfte Kölsch flossen in Strömen und trugen zur ausgelassenen Stimmung bei.
«Wir kommen jedes Jahr zum Biwak. Es ist wie ein großes Familientreffen», erzählt Anwohnerin Helga Schmitz (68), die seit über 40 Jahren in Kaiserswerth lebt. «Früher bin ich mit meinen Kindern gekommen, heute mit meinen Enkeln. Der Karneval hält uns zusammen.»
Besonders erfreulich war die starke Beteiligung der örtlichen Schulen und Kindergärten. Die Kinder der Katholischen Grundschule Kaiserswerth präsentierten ein selbst einstudiertes Karnevalslied über ihren Stadtteil, während der Kindergarten St. Suitbertus mit einem farbenfrohen Tanz das Publikum verzauberte.
Auch Bezirksbürgermeister Stefan Golißa (CDU) ließ sich das Spektakel nicht entgehen. «Das Biwak in Kaiserswerth zeigt, wie lebendig die Brauchtumspflege in unseren Stadtteilen ist. Hier wird Gemeinschaft gelebt», betonte er in seinem Grußwort. Er lobte besonders das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer, die die Veranstaltung möglich machten.
Ein Höhepunkt des Tages war der Besuch des Düsseldorfer Prinzenpaars. Prinz Uwe I. und Venetia Lena wurden mit großem Jubel empfangen und überreichten dem Kaiserswerther Dreigestirn den traditionellen Sessionsorden. «Die Stimmung in Kaiserswerth ist einmalig», schwärmte Prinz Uwe. «Hier spürt man die echte rheinische Seele des Karnevals.»
Für die kleinen Besucher gab es ein spezielles Programm mit Kinderschminken, einer Hüpfburg und einem Puppentheater. «Mein Sohn wollte gar nicht mehr nach Hause», lacht Sandra Weber, während ihr als Tiger geschminkter fünfjähriger Sohn Jonas begeistert nickt.
Das Biwak endete am späten Nachmittag mit dem gemeinsamen Singen des Düsseldorfer Heimatliedes «Düsseldorf, du schöne Stadt am Rhein». Viele Besucher zogen anschließend weiter in die umliegenden Gaststätten, wo die Feier in kleineren Gruppen fortgesetzt wurde.
Die Kaiserswerther Karnevalsgesellschaft blickt auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück. «Trotz der finanziellen Herausforderungen durch gestiegene Kosten für Sicherheit und Infrastruktur haben wir es geschafft, ein Fest für alle zu organisieren», resümiert Schatzmeister Klaus Müller. «Der Zuspruch der Menschen gibt uns Kraft für die kommenden Jahre.»
Die nächsten Höhepunkte der Karnevalssession in Kaiserswerth stehen bereits fest: Am kommenden Wochenende findet der große Kinderkarnevalszug statt, bevor am Rosenmontag viele Kaiserswerther gemeinsam zum großen Umzug in die Düsseldorfer Innenstadt fahren werden.
«Der Karneval verbindet die Menschen über alle Unterschiede hinweg», fasst KKG-Präsident Laumen zusammen. «In Zeiten, in denen vieles unsere Gesellschaft spaltet, ist das wertvoller denn je.» Diese verbindende Kraft war beim Kaiserswerther Biwak deutlich zu spüren – ein Stück lebendige rheinische Kultur, das Jung und Alt begeistert.