Der Kölner Karneval lockt jährlich tausende Menschen in die Domstadt. Während die meisten friedlich feiern, bereitet sich die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) auf mögliche Sicherheitsrisiken vor. Nach mehreren Gewaltvorfällen im letzten Jahr hat die KVB ihre Sicherheitsstrategie für die Session 2024 deutlich verschärft.
Besonders an den Hauptfeier- und Zugstagen sind die Bahnen und Busse überfüllt. Diese Situation führte in der Vergangenheit vermehrt zu Konflikten. Ein KVB-Sprecher erklärt: «Wir haben aus den Vorfällen des Vorjahres gelernt und unser Sicherheitskonzept entsprechend angepasst.»
Die Maßnahmen umfassen eine deutlich erhöhte Präsenz von Sicherheitspersonal an den Knotenpunkten wie dem Hauptbahnhof, Neumarkt und Heumarkt. «Unser Ziel ist es, Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen, bevor sie eskalieren können», so der Sprecher. An den Haupttagen werden zusätzlich 25 Prozent mehr Sicherheitskräfte eingesetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schutz des Fahrpersonals. Nach mehreren Übergriffen auf Busfahrer und Bahnfahrer im vergangenen Jahr erhalten diese nun spezielle Schulungen zum Umgang mit aggressiven Fahrgästen. Zudem werden mehr Bahnen mit Videoüberwachung ausgestattet.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker begrüßt die verstärkten Maßnahmen: «Der Karneval soll ein fröhliches Fest bleiben, bei dem sich alle sicher fühlen können. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und KVB ist dabei entscheidend.»
Die Polizei Köln unterstützt das neue Sicherheitskonzept und wird während der Karnevalstage mit zusätzlichen Beamten im Einsatz sein. «Wir haben gemeinsame Einsatzpläne entwickelt und stehen in ständigem Austausch mit der KVB», erklärt Polizeisprecher Michael Schmidt.
Auch die Fahrgäste werden einbezogen. Mit der Kampagne «Sicher durch den Karneval» informiert die KVB über Verhaltenstipps. Dazu gehören Hinweise, wie überfüllte Bahnen vermieden werden können und welche alternativen Routen es gibt. Zudem wird empfohlen, zu den Hauptzeiten mehr Zeit für Fahrten einzuplanen.
Besonders nachts sollen zusätzliche Sonderlinien die Situation entspannen. «Nach den Hauptveranstaltungen und in den Nachtstunden setzen wir mehr Fahrzeuge ein, um die Fahrgastströme besser zu verteilen», erklärt der KVB-Sprecher. Die Taktung wird verdichtet und Großraumfahrzeuge kommen zum Einsatz.
Karnevalisten begrüßen die Maßnahmen überwiegend positiv. Petra Schmitz vom Festkomitee Kölner Karneval findet: «Es ist wichtig, dass alle sicher zu den Veranstaltungen und wieder nach Hause kommen können. Die verstärkte Sicherheit trägt dazu bei, dass der Karneval ein freudiges Ereignis für alle bleibt.»
Die KVB hat zudem eine Hotline eingerichtet, bei der Fahrgäste Sicherheitsbedenken melden können. Diese ist während der Hauptkarnevalstage rund um die Uhr besetzt. «Wir wollen schnell reagieren können, wenn sich irgendwo Probleme anbahnen», so der Sprecher.
Trotz aller Maßnahmen appellieren KVB und Polizei auch an die Eigenverantwortung der Feiernden. Übermäßiger Alkoholkonsum sei oft ein Auslöser für Konflikte. «Wer friedlich feiert und Rücksicht nimmt, trägt selbst erheblich zur Sicherheit aller bei», betont Polizeisprecher Schmidt.
Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen werden nicht nur während des Straßenkarnevals, sondern bereits bei den Sitzungen und Veranstaltungen im Vorfeld umgesetzt. Die KVB hofft, dass die Session 2024 damit deutlich friedlicher verläuft als im Vorjahr.