In den frühen Morgenstunden brach heute ein Feuer im Keller eines Mehrfamilienhauses in der Leonhardstraße in Stuttgart-Mitte aus. Die Feuerwehr rückte gegen 5:30 Uhr mit einem Großaufgebot an, nachdem mehrere Anwohner den Notruf gewählt hatten.
«Der Rauch war bereits im Treppenhaus zu sehen, als wir eintrafen», berichtet Einsatzleiter Michael Weber von der Berufsfeuerwehr Stuttgart. «Wir haben sofort mit der Evakuierung der Bewohner begonnen, während gleichzeitig ein Löschtrupp in den Keller vordrang.»
Insgesamt mussten 23 Personen das Gebäude verlassen. Sie wurden während des Einsatzes in einem bereitgestellten Bus der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) betreut. Drei Bewohner erlitten leichte Rauchvergiftungen und wurden vom Rettungsdienst vor Ort behandelt. Eine Person kam vorsorglich ins Krankenhaus.
Die Feuerwehr konnte den Brand nach etwa 45 Minuten unter Kontrolle bringen. Besonders herausfordernd war die starke Rauchentwicklung. «Der Keller war komplett verraucht, die Sicht gleich Null», erklärt Weber. «Unsere Atemschutzträger mussten sich praktisch blind vorantasten.»
Als Brandursache vermutet die Polizei einen technischen Defekt an einer Elektroinstallation im Kellerabteil. Der genaue Hergang wird jedoch noch von Brandermittlern untersucht. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 50.000 Euro geschätzt.
Nach Abschluss der Löscharbeiten und einer gründlichen Durchlüftung des Gebäudes konnten die meisten Bewohner gegen 8:00 Uhr in ihre Wohnungen zurückkehren. Lediglich für eine Familie musste die Stadt eine Notunterkunft organisieren, da ihre Wohnung im Erdgeschoss durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde.
Die Leonhardstraße war während des Einsatzes für den Verkehr gesperrt, was im morgendlichen Berufsverkehr zu erheblichen Behinderungen führte. Seit 9:00 Uhr ist die Straße wieder frei befahrbar.
Die Feuerwehr Stuttgart war mit acht Fahrzeugen und 35 Einsatzkräften vor Ort. Zusätzlich unterstützten zwei Rettungswagen und ein Notarzt des Deutschen Roten Kreuzes. Die Polizei sicherte mit mehreren Streifenwagen die Einsatzstelle ab.
«Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte hat hervorragend funktioniert», lobt Feuerwehrsprecher Thomas Müller. «Auch die schnelle Reaktion der Bewohner, die den Notruf gewählt und das Gebäude zügig verlassen haben, hat Schlimmeres verhindert.»
Die Feuerwehr weist in diesem Zusammenhang erneut auf die Wichtigkeit funktionierender Rauchmelder hin. «In diesem Fall haben die vorhandenen Rauchmelder die Bewohner rechtzeitig gewarnt», so Müller. «Das zeigt wieder, wie wichtig diese kleinen Lebensretter sind.»
Anwohner der umliegenden Gebäude, die besorgt den Einsatz beobachteten, können aufatmen: Eine Gefahr für benachbarte Häuser bestand zu keinem Zeitpunkt.