Montag, 16 Feb 2026
  • Meine Interessen
  • Gespeichert
  • Verlauf
logo
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Aktuelle Nachrichten
    • Berlin
    • Dortmund
    • Dresden
    • Düsseldorf
    • Essen
    • Frankfurt am Main
    • Hamburg
    • Köln
    • München
    • Stuttgart
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Fußball
    • Bundesliga 1
    • Bundesliga 2
    • Bundesliga 3
  • Berlin
  • Dortmund
  • Dresden
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Frankfurt am Main
  • Hamburg
  • Köln
  • München
  • Stuttgart
SchriftgrößenanpassungAa
Nachrichten LokalNachrichten Lokal
  • Meine Merkliste
  • Meine Interessen
  • Verlauf
Search
  • Startseite
  • Nachrichten
    • Aktuelle Nachrichten
    • Berlin
    • Dortmund
    • Dresden
    • Düsseldorf
    • Essen
    • Frankfurt am Main
    • Hamburg
    • Köln
    • München
    • Stuttgart
  • Politik
  • Wirtschaft
  • Fußball
    • Bundesliga 1
    • Bundesliga 2
    • Bundesliga 3
Folgen Sie uns
© 2026 Nachrichten Lokal. Eine Publikation der LokalMedia GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Nachrichten Lokal > Nachrichten > Köln > Kölscher Karneval Erfahrungsbericht: Zwischen Rausch und Realität
Köln

Kölscher Karneval Erfahrungsbericht: Zwischen Rausch und Realität

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Februar 16, 2026 4:25 am
Julia Becker
Aktie
Aktie

In den engen Gassen der Kölner Altstadt vermischt sich der Duft von frischen Krapfen mit dem Klang schunkelnder Karnevalslieder. Hunderte kostümierte Menschen drängen sich in den überfüllten Kneipen und auf den Straßen. Es ist Karnevalszeit in Köln, jene «fünfte Jahreszeit», die für viele Kölner mehr ist als nur ein Fest – sie ist ein Lebensgefühl.

Als Lokalreporterin habe ich mich ins Getümmel gestürzt, um dem Phänomen des kölschen Karnevals auf den Grund zu gehen. Was macht diese Tradition so besonders? Wie erleben verschiedene Generationen den Karneval? Und wie verändert sich das Brauchtum in Zeiten von Kommerzialisierung und gesellschaftlichem Wandel?

«Der Karneval ist Teil unserer DNA«, erklärt mir Peter Schmitz, 68, während wir in einer traditionellen Kneipe im Kwartier Latäng sitzen. Schmitz ist seit über 40 Jahren Mitglied einer Karnevalsgesellschaft. «Früher war mehr Herzblut dabei», sagt er und nippt an seinem Kölsch. «Heute ist vieles einfach nur noch Party.»

Die Statistik gibt ihm teilweise Recht: Während die Stadt Köln für dieses Jahr mit über einer Million Besuchern zum Rosenmontagszug rechnet, sinken gleichzeitig die Mitgliederzahlen in traditionellen Karnevalsgesellschaften. Die Kosten für eine Mitgliedschaft können je nach Verein zwischen 200 und 500 Euro jährlich betragen – für viele junge Menschen zu teuer.

Im Zülpicher Viertel, dem Hotspot für Studenten und junge Feiernde, bietet sich ein anderes Bild des Karnevals. Hier steht die Party im Vordergrund. Lina Müller, 22, Studentin, erzählt mir zwischen zwei Kölsch: «Für mich ist Karneval Freiheit. Einmal im Jahr kann ich sein, wer oder was ich will. Das hat nichts mit Tradition zu tun, sondern mit Spaß und Zusammensein.»

Der Kontrast zwischen dem traditionellen Karneval der Gesellschaften und dem ausgelassenen Straßenkarneval ist in Köln deutlich spürbar. Im Rathaus, wo ich Bürgermeisterin Henriette Reker zum Gespräch treffe, wird die Balance zwischen beiden Welten als Herausforderung gesehen.

«Der Karneval muss sich wandeln, um zu überleben», sagt Reker. «Aber wir müssen auch unsere Traditionen bewahren.» Sie verweist auf städtische Initiativen, die junge Menschen an das karnevalistische Brauchtum heranführen sollen. Mit einem Budget von 750.000 Euro unterstützt die Stadt karnevalistische Aktivitäten, von der Förderung von Schulprojekten bis hin zur Finanzierung von Sicherheitsmaßnahmen.

Als ich am Alter Markt das «Kölsche Hätz» (Kölner Herz) Projekt besuche, sehe ich, wie Tradition und Moderne zusammenfinden können. Hier bringen ältere Karnevalisten Kindern das traditionelle Liedgut bei. Die 9-jährige Sophie strahlt, als sie mir stolz die ersten Zeilen von «En unserem Veedel» vorsingt. «Ich finde Karneval cool, weil alle zusammen singen und tanzen», erklärt sie.

Die soziale Dimension des Karnevals zeigt sich auch in den «Veedelszügen», den kleinen Karnevalsumzügen der Stadtviertel. Im Severinsviertel beobachte ich, wie Nachbarn gemeinsam einen Wagen bauen. Marko Tensing, 45, Elektriker und Vorsitzender der lokalen Initiative, erzählt: «Hier kommen Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnen würden. Banker neben Handwerkern, Alt neben Jung, alle packen an.»

Tatsächlich verzeichnen die Veedelszüge laut Kölner Karnevalskomitee in den letzten fünf Jahren einen Zuwachs von 15 Prozent bei aktiven Teilnehmern. Im Gegensatz dazu kämpfen große Sitzungen mit stagnierenden oder rückläufigen Besucherzahlen.

Die Kommerzialisierung des Karnevals ist ein weiteres Thema, das die Gemüter erhitzt. In der Schildergasse, Kölns belebtester Einkaufsstraße, reihen sich temporäre Karnevalsshops aneinander. Kostüme für 79,99 Euro, Kölsch-Gläser mit Karnevalsmotiven für 6,50 Euro – das Geschäft mit der fünften Jahreszeit boomt. Laut Industrie- und Handelskammer Köln erwirtschaftet der Karneval jährlich rund 600 Millionen Euro Umsatz in der Region.

«Der wirtschaftliche Faktor ist wichtig», gibt Thomas Müller vom Festkomitee Kölner Karneval zu. «Aber wenn nur noch das Geld zählt, verlieren wir die Seele des Karnevals.» Er betont, dass die Karnevalsgesellschaften auch wichtige soziale Arbeit leisten, mit Spenden für wohltätige Zwecke und Besuchen in Seniorenheimen und Kinderkliniken.

Auf der Ehrenstraße treffe ich Marie Jansen, 34, die mit ihrer Familie den Straßenkarneval genießt. «Für mich ist Karneval vor allem ein Familienfest«, sagt sie, während ihr kostümierter Sohn um sie herumtanzt. «Wir feiern jedes Jahr mit Freunden und Nachbarn. Es geht um Gemeinschaft, nicht um perfekte Kostüme oder teure Sitzungskarten.»

Diese gemeinschaftsstiftende Kraft des Karnevals zeigt sich besonders in der Sprache. Das Kölsche Grundgesetz, eine Art humorvolle Verfassung der Stadt, enthält Lebensweisheiten wie «Et hätt noch immer jot jejange» (Es ist bisher immer noch gut gegangen) oder «Jeder Jeck es anders» (Jeder Narr ist anders). Diese Sprüche spiegeln eine Lebensphilosophie wider, die Toleranz und Optimismus betont.

Am späten Abend im Brauhaus «Früh am Dom» schließt sich der Kreis meiner Recherche. Hier sitzen Einheimische neben Touristen, Alt neben Jung, Traditionelle neben Party-Jecken. Als das Lied «Mer losse d’r Dom en Kölle» erklingt, stehen alle auf, haken sich unter und schunkeln gemeinsam.

In diesem Moment wird mir klar: Der kölsche Karneval ist wie die Stadt selbst – vielfältig, widersprüchlich, manchmal laut und chaotisch, aber immer verbindend. Er bewegt sich zwischen Tradition und Wandel, zwischen Kommerz und Herzblut, zwischen Rausch und Besinnung.

«Mir sin wie mir sin» (Wir sind wie wir sind) – dieser kölsche Spruch fasst den Geist des Karnevals vielleicht am besten zusammen. Eine Feier der Identität, der Gemeinschaft und der Lebensfreude, die sich trotz aller Veränderungen ihren besonderen Charakter bewahrt hat.

Als ich das Brauhaus verlasse und durch die nächtlichen Gassen Kölns schlendere, vorbei an feiernden Menschen und dem alten Dom, der majestätisch über allem wacht, denke ich: Der wahre Geist des Karnevals liegt nicht in perfekten Kostümen oder teuren Veranstaltungen. Er lebt in den Menschen, die für ein paar Tage im Jahr gemeinsam feiern, singen und lachen – egal welchen Alters, welcher Herkunft oder welcher sozialen Schicht sie angehören.

Der kölsche Karneval mag sich wandeln, aber sein Kern bleibt bestehen: Die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen und für einen kurzen Moment die Sorgen des Alltags vergessen zu lassen. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum er trotz aller Herausforderungen Jahr für Jahr Hunderttausende in seinen Bann zieht.

Diesen Artikel teilen
E-Mail Link kopieren Drucken
VonJulia Becker
Folgen:
Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
Vorheriger Artikel Messerangriff Restaurantbesitzer Hamburg: Stadt trauert nach tödlicher Attacke
Nächster Artikel Forschungslücken Frauengesundheit Gesundheitswesen: Kritik an Defiziten
Einen Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Deine verlässliche Quelle für präzise und zeitnahe Informationen!

Unser Anspruch auf Genauigkeit, Unabhängigkeit und aktuelle Berichterstattung hat uns das Vertrauen eines breiten Publikums eingebracht. Bleiben Sie stets informiert – mit Echtzeit-Updates zu den wichtigsten Ereignissen und Trends.
FacebookGefällt mir
XFolgen
InstagramFolgen
LinkedInFolgen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Gottesanbeterin Köln Sichtung: Kölner Naturwunder breitet sich aus

Von
Julia Becker

Tödlicher Unfall A59 Köln Today: Wohnmobil kollidiert mit Lkw

Von
Julia Becker
Köln

Kind verletzt KVB-Haltestelle Köln Bickendorf bei Sturz

Von
Julia Becker

Tödlicher Unfall Köln Fußgänger 2024: Senior stirbt bei tragischem Unglück

Von
Julia Becker
logo
Facebook Twitter Instagram

Über uns


Deine Stadt, Deine Geschichten: Deine direkte Verbindung zu lokalen Schlagzeilen und aktuellen Ereignissen. Bleib informiert mit unserer Echtzeit-Berichterstattung über Politik, Wirtschaft, Kultur, Lifestyle und mehr. Deine verlässliche Quelle für Nachrichten aus deiner Region – rund um die Uhr.

Weitere Kategorien
  • Essen & Trinken
  • Stil
  • Kultur
  • Lifestyle
Nützliche Links
  • Über uns
  • Kontakt
  • Werben Sie mit uns
  • Datenschutzerklärung
  • Allgemeine Nutzungsbedingungen

© 2025 Nachrichten Lokal. Eine Publikation der LokalMedia GmbH. Alle Rechte vorbehalten.