Die Teller in Krankenhäusern sorgen wieder für Stirnrunzeln. Beim Blick auf das Mittagessen im Vinzentius-Krankenhaus Landau verschlägt es manchem Patienten den Appetit. «Es schmeckt einfach nicht», sagen viele. Die Beschwerden häufen sich, besonders seit der Umstellung auf ein neues Versorgungssystem im letzten Jahr.
In den Südpfälzer Kliniken ist das Essen längst ein Dauerthema. Während im Landauer Krankenhaus die Speisen aus der hauseigenen Küche kommen, werden sie in Germersheim angeliefert. Die Qualitätsunterschiede sind spürbar. «Wir nehmen die Kritik ernst und arbeiten an Verbesserungen», erklärt Kliniksprecherin Maria Hoffmann. Doch das Budget sei begrenzt, pro Patient stehen täglich nur etwa acht Euro zur Verfügung.
Gestern saß ich am Bett meiner Tante im dritten Stock. Auf ihrem Teller lag ein undefinierbares Gemüse-Fleisch-Gemisch. «Das kann doch nicht gesund sein», seufzte sie. Dabei sollte gerade Krankenhausessen zur Genesung beitragen. Die Realität sieht oft anders aus.
Der Ernährungsmediziner Dr. Thomas Weber betont: «Klinikmahlzeiten müssen nicht nur nährstoffreich sein, sondern auch schmackhaft. Beides ist für die Genesung wichtig.» In vielen Häusern fehlt es jedoch an individuellen Lösungen für verschiedene Ernährungsbedürfnisse.
Die Frage bleibt: Wird sich die Situation verbessern? Im Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Patientenwohl scheint das Essen leider oft das erste Opfer zu sein. Vielleicht sollten wir neu definieren, was «gesund» im Krankenhausalltag wirklich bedeutet.