In der Nacht zum Samstag ereignete sich am Görlitzer Bahnhof in Kreuzberg ein Raubüberfall, der dank moderner Technik und schneller Polizeiarbeit mit einer Festnahme endete. Was als gewöhnlicher Abend begann, entwickelte sich zu einem Paradebeispiel dafür, wie Technologie zur Verbrechensbekämpfung beitragen kann.
Gegen 1:30 Uhr wurde ein 24-jähriger Mann auf dem Heimweg von einer dreiköpfigen Gruppe angegriffen. Die Täter umringten ihn im Bereich der Falckensteinstraße, bedrohten ihn mit einem Messer und forderten seine Wertsachen. Das Opfer übergab sein Handy, seine Geldbörse und seine kabellosen Kopfhörer, bevor die Täter in Richtung Görlitzer Park flüchteten.
«Ich hatte keine Chance gegen die drei», berichtete das Opfer später den Beamten. «Als ich das Messer sah, wusste ich, dass ich kooperieren musste.»
Der junge Mann reagierte besonnen und alarmierte sofort nach dem Überfall über ein geliehenes Telefon die Polizei. Was die Räuber jedoch nicht wussten: Die gestohlenen Kopfhörer verfügten über eine Ortungsfunktion. Das Opfer konnte den Polizeibeamten in Echtzeit den Standort seiner gestohlenen Kopfhörer auf seinem Tablet zeigen.
Die Einsatzkräfte folgten dem digitalen Signal, das sie zu einer Gruppe junger Männer am Rand des Görlitzer Parks führte. Bei der Kontrolle fanden die Beamten nicht nur die gestohlenen Kopfhörer, sondern auch das Handy und die Geldbörse des Opfers bei einem 19-jährigen Tatverdächtigen. Auch das beim Überfall verwendete Messer wurde sichergestellt.
Bezirkspolizeidirektorin Maria Weber erklärte: «Dieser Fall zeigt, wie wichtig technische Innovationen für unsere Arbeit sind. Die Ortungsfunktion hat entscheidend zur schnellen Festnahme beigetragen.»
Der Hauptverdächtige wurde festgenommen und der Kriminalpolizei übergeben. Seine zwei mutmaßlichen Komplizen konnten zunächst entkommen, werden aber anhand von Personenbeschreibungen gesucht. Das Raubkommissariat hat die Ermittlungen übernommen und wertet nun auch Aufnahmen von Überwachungskameras aus der Umgebung aus.
Für das Opfer endete der Schreck glimpflich. Abgesehen von einem leichten Schock blieb der Mann unverletzt und erhielt seine Wertsachen zurück. «Ich bin unglaublich erleichtert und dankbar für die schnelle Hilfe der Polizei», sagte er.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Raubüberfällen ein, die sich in den letzten Monaten im Bereich des Görlitzer Parks ereignet haben. Die Polizei hat ihre Präsenz in dem bekannten Kriminalitätsschwerpunkt bereits verstärkt und führt regelmäßige Kontrollen durch.
Präventionsexperten der Berliner Polizei raten Bürgern, besonders nachts in bekannten Problemgebieten wachsam zu sein, wenn möglich nicht alleine unterwegs zu sein und im Ernstfall keine Gegenwehr zu leisten. «Die eigene Sicherheit geht immer vor materiellen Werten», betont Kriminalhauptkommissar Thomas Neumann vom Präventionsteam.
Der Fall zeigt auch, dass es sinnvoll sein kann, die Ortungsfunktionen seiner elektronischen Geräte zu aktivieren. Gleichzeitig warnen Datenschützer vor den Risiken ständiger Standortverfolgung und empfehlen, diese Funktionen bewusst und gezielt einzusetzen.
Die Polizei bittet Zeugen, die in der Nacht zum Samstag verdächtige Beobachtungen im Bereich des Görlitzer Bahnhofs gemacht haben, sich unter der Rufnummer 030-4664-573100 zu melden.