Die Nacht zum Sonnabend brachte für vier Männer ein jäher Ende ihrer Diebestour. Zivilfahnder der Hamburger Polizei schnappten die Verdächtigen auf der Baustelle der Sternbrücke. Die Männer hatten offenbar vor, massenhaft Kupfer zu stehlen. Nach ersten Schätzungen der Beamten wollten sie bis zu 1.000 Kilogramm des wertvollen Metalls abtransportieren. Der Schlag gegen die mutmaßlichen Diebe zeigt, wie professionell organisierte Kupferdiebstähle in Hamburg inzwischen ablaufen. Gleichzeitig demonstriert der Erfolg der Eimsbütteler Zivilfahnder, dass aufmerksame Polizeiarbeit solche Taten verhindern kann.
Die Sternbrücke ist eine der wichtigsten Verkehrsadern im Hamburger Westen. Seit Jahren wird an dem maroden Bauwerk gearbeitet. Die Baustelle erstreckt sich über ein großes Gebiet zwischen Altona und Eimsbüttel. Nachts herrscht dort normalerweise Ruhe. Genau diese Situation machen sich Kriminelle zunutze. Kupfer ist auf dem Schwarzmarkt begehrt und erzielt hohe Preise. Das macht Baustellen zu attraktiven Zielen für organisierte Banden.
Verdächtiges Fahrzeug weckt Aufmerksamkeit
Die Geschichte der Festnahme beginnt im Bereich der Johanneskirche. Dort fiel den Zivilfahndern ein verdächtiges Auto auf. Die erfahrenen Beamten erkannten offenbar, dass etwas nicht stimmte. Sie behielten das Fahrzeug im Auge. Ihre Aufmerksamkeit zahlte sich aus. Denn gleich gegenüber, auf der Sternbrücken-Baustelle, spielte sich das eigentliche Drama ab.
Mehrere Männer waren dort beschäftigt. Sie verluden systematisch Kupfer in zwei Fahrzeuge. Die Polizisten beobachteten das Treiben aus sicherer Entfernung. Sie warteten den richtigen Moment ab. Das ist typisch für die Arbeit von Zivilfahndern. Sie agieren im Verborgenen und schlagen erst zu, wenn die Beweise erdrückend sind.
Zugriff an der Max-Brauer-Allee
Als die vollbeladenen Autos losfuhren, war der Moment gekommen. Die Polizei stoppte beide Fahrzeuge an der Max-Brauer-Allee. Diese große Straße verbindet Altona mit der Innenstadt. Sie ist auch nachts relativ gut befahren. Für die Verdächtigen gab es kein Entkommen mehr. Die Beamten nahmen vier Männer vorläufig fest.
Bei der Durchsuchung der Fahrzeuge machten die Fahnder einen beachtlichen Fund. In den Autos lagen mehrere Rollen Kupfer. Der Lagedienst der Polizei schätzt das Gewicht auf 600 bis 1.000 Kilogramram. Das ist eine enorme Menge. Kupfer kostet derzeit etwa acht bis zehn Euro pro Kilogramm. Der Wert der Beute liegt also bei mehreren tausend Euro.
LKA prüft Verbindung zu weiteren Taten
Die Ermittlungen laufen jetzt auf Hochtouren. Das Landeskriminalamt hat die Untersuchung übernommen. Die Experten dort prüfen, ob die vier Festgenommenen für weitere Diebstähle verantwortlich sein könnten. Kupferdiebstähle sind in Hamburg kein Einzelfall. Immer wieder verschwinden von Baustellen wertvolle Materialien. Oft handelt es sich um organisierte Kriminalität.
Die Täter gehen meist professionell vor. Sie spähen Baustellen aus und schlagen zu, wenn niemand da ist. Manchmal arbeiten sie mit Insidern zusammen. In anderen Fällen nutzen sie einfach Sicherheitslücken aus. Die Schäden sind erheblich. Nicht nur der materielle Verlust trifft die Bauunternehmen. Auch Verzögerungen im Bauablauf können die Folge sein.
Ein Haftrichter muss jetzt entscheiden, ob die vier Verdächtigen in Untersuchungshaft bleiben. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besteht Fluchtgefahr? Gibt es Verdunkelungsgefahr? Wie schwer wiegt die Tat? Diese Fragen wird der Richter abwägen müssen.
Baustellen als leichte Beute
Die Sternbrücken-Baustelle ist nicht die erste in Hamburg, die zum Ziel von Dieben wird. Im vergangenen Jahr gab es mehrere ähnliche Fälle. Auf der Köhlbrandbrücken-Baustelle verschwanden ebenfalls Kupferkabel. In der HafenCity wurden Baumaschinen gestohlen. Die Polizei rät Bauunternehmen, ihre Baustellen besser zu sichern.
Doch das ist leichter gesagt als getan. Große Baustellen wie die der Sternbrücke sind schwer zu überwachen. Zäune können überwunden werden. Kameras schrecken nicht jeden ab. Und Sicherheitspersonal kostet Geld. Viele kleinere Firmen können sich das nicht leisten.
Erfolg für die Zivilfahndung
Für die Zivilfahnder aus Eimsbüttel ist die Festnahme ein Erfolg. Sie haben genau das getan, wofür sie ausgebildet sind. Sie haben verdächtige Aktivitäten erkannt und richtig gehandelt. Ihre Arbeit findet meist im Verborgenen statt. Sie fahren unauffällige Autos und tragen zivile Kleidung. So können sie Kriminelle beobachten, ohne selbst aufzufallen.
Die Region Eimsbüttel umfasst auch Teile von Altona und Stellingen. Die Sternbrücke liegt genau in diesem Bereich. Die Fahnder kennen ihr Gebiet genau. Sie wissen, wo sich Diebe herumtreiben. Sie kennen die typischen Muster. Diese Erfahrung macht den Unterschied.
Was passiert jetzt?
Die Ermittlungen gehen weiter. Die Polizei wird die Verdächtigen verhören. Sie wird prüfen, woher das Kupfer stammt. Sie wird untersuchen, ob die Männer zu einer größeren Bande gehören. Das LKA wird die Spuren sichern und auswerten.
Die Bauverantwortlichen der Sternbrücke müssen jetzt Bilanz ziehen. Wie konnte es zu dem Diebstahl kommen? Waren die Sicherheitsmaßnahmen ausreichend? Was muss verbessert werden? Diese Fragen werden sich die Verantwortlichen stellen müssen.
Für die Hamburger ist die Nachricht ein Zeichen, dass die Polizei wachsam ist. Gerade in Zeiten, in denen viel über Sicherheit diskutiert wird, sind solche Erfolge wichtig. Sie zeigen, dass die Beamten präsent sind und handeln. Die Sternbrücke wird noch Jahre eine Baustelle bleiben. Umso wichtiger ist es, dass sie gut geschützt wird.
Die vier festgenommenen Männer müssen sich nun vor einem Richter verantworten. Ob sie schuldig sind, wird ein Gericht entscheiden. Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung. Doch die Beweise scheinen erdrückend. Die Polizei hat sie auf frischer Tat erwischt. Das macht eine Verteidigung schwierig.
Der Fall zeigt, wie wichtig aufmerksame Polizeiarbeit ist. Die Zivilfahnder haben genau hingeschaut. Sie haben nicht weggesehen, als ihnen etwas verdächtig vorkam. Sie haben gehandelt. Das ist ihr Job. Und an diesem Samstagmorgen haben sie ihn gut gemacht.