Der ehemalige Bundesliga-Profi und Nationalspieler Max Kruse hat einen neuen Verein gefunden – und überrascht mit seiner Wahl. Der 36-Jährige schließt sich dem Oberligisten TuS Dassendorf an, der in der fünfthöchsten Spielklasse in Hamburg antritt. Die Nachricht sorgt in der lokalen Fußballszene für Aufsehen.
«Ich freue mich auf die neue Herausforderung», erklärte Kruse bei seiner Vorstellung. «Es geht mir nicht um Aufmerksamkeit, sondern um die Freude am Fußball.» Der frühere Stürmer von Werder Bremen, Union Berlin und dem VfL Wolfsburg war seit seinem Abschied vom Bundesligisten im September 2022 ohne Verein.
In Dassendorf trifft Kruse auf seinen ehemaligen Teamkollegen Martin Harnik, mit dem er bereits beim SV Werder Bremen zusammenspielte. Harnik war 2022 zum Oberligisten gewechselt und hat offenbar seinen Freund von diesem Schritt überzeugt. «Die Gemeinschaft hier ist besonders», betonte Kruse. «Martin hat mir viel Positives über den Verein erzählt.»
Der TuS Dassendorf dominiert seit Jahren die Oberliga Hamburg. In der vergangenen Saison wurde der Klub erneut Meister, verzichtete aber wie schon in den Jahren zuvor auf den möglichen Aufstieg in die Regionalliga Nord. Die Vereinsführung setzt lieber auf ein nachhaltiges Konzept ohne finanzielles Risiko.
Für die Fans des kleinen Clubs aus dem Hamburger Umland ist die Verpflichtung ein echter Coup. «Wir hätten nie gedacht, dass ein Spieler mit seiner Erfahrung zu uns kommt», sagte ein begeisterter Anhänger am Trainingsgelände. Kruse bringt die Erfahrung von 307 Bundesliga-Spielen mit 97 Toren und 79 Vorlagen mit. Zudem bestritt er 14 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft.
Der Wechsel zeigt aber auch, wie schwierig der Wiedereinstieg für ältere Profis im bezahlten Fußball geworden ist. Kruse, der zuletzt vermehrt durch Aktivitäten abseits des Fußballs wie Pokerturniere und Social-Media-Auftritte auffiel, fand trotz seiner Qualitäten keinen Verein in den höheren Ligen.
Der Vereinsvorsitzende des TuS Dassendorf zeigte sich begeistert: «Max bringt nicht nur sportliche Qualität mit, sondern wird auch unseren jüngeren Spielern mit seiner Erfahrung helfen können. Wir sind stolz, dass er sich für uns entschieden hat.»
Kruse selbst betont, dass er den Fußball noch nicht aufgeben wollte: «Ich fühle mich fit und habe noch Lust zu spielen. Hier kann ich ohne den extremen Druck des Profifußballs meiner Leidenschaft nachgehen.» Sein Debüt für den Oberligisten wird mit Spannung erwartet.
Die ersten Trainingseinheiten zeigten bereits, dass der 36-Jährige noch immer über außergewöhnliche technische Fähigkeiten verfügt. Die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen des TuS Dassendorf dürften durch den prominenten Neuzugang deutlich steigen.
Der Wechsel eines ehemaligen Nationalspielers in die fünfte Liga ist ungewöhnlich, aber nicht einzigartig. Immer wieder entscheiden sich erfahrene Profis für einen Ausklang ihrer Karriere bei Amateurvereinen – sei es aus persönlichen Gründen oder weil die Angebote aus dem Profibereich ausbleiben.