Die Messe Düsseldorf verstärkt ihre Präsenz im arabischen Raum und plant einen deutlichen Ausbau ihrer Geschäftsaktivitäten. Nach jahrelanger erfolgreicher Zusammenarbeit mit Partnern in der Region setzt das Unternehmen nun auf neue Technologien und innovative Konzepte, um weitere Marktanteile zu gewinnen.
«Der arabische Markt bietet enormes Potenzial für uns», erklärt Thomas Schlitt, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf Middle East. «Wir sehen besonders in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine wachsende Nachfrage nach spezialisierten Fachmessen.» Die Expansion ist Teil der Internationalisierungsstrategie des Unternehmens, die vorsieht, erfolgreiche Messekonzepte aus Deutschland in aufstrebenden Märkten zu etablieren.
Besonders interessant für die arabischen Partner sind die Bereiche Medizintechnik, Verpackungsindustrie und erneuerbare Energien – alles Sektoren, in denen die Messe Düsseldorf mit ihren etablierten Formaten wie MEDICA, interpack und Energy Storage Europe über umfassende Expertise verfügt.
Ein innovativer Ansatz der Expansion ist der Einsatz von Drohnentechnologie. Die Messe Düsseldorf plant, diese nicht nur als Ausstellungsthema zu nutzen, sondern auch in die eigene Messeorganisation zu integrieren. «Drohnen ermöglichen uns eine völlig neue Art der Messepräsentation und -dokumentation», erläutert Schlitt. «Sie können große Ausstellungsflächen überfliegen und Besuchern einen einzigartigen Überblick verschaffen.»
Die erste Messe mit diesem neuen Konzept soll bereits im kommenden Frühjahr in Riad stattfinden. Hier werden Drohnen nicht nur die Veranstaltung dokumentieren, sondern auch als interaktive Informationsträger dienen, die Besucher zu bestimmten Ausstellungsbereichen führen können.
Wirtschaftsexperten bewerten die Expansionsstrategie positiv. «Die Messe Düsseldorf hat die Zeichen der Zeit erkannt», meint Wirtschaftsanalystin Fatima Al-Mansoori vom Middle East Economic Institute. «Die Golfstaaten investieren massiv in die Diversifizierung ihrer Wirtschaft. Fachmessen sind dabei wichtige Plattformen für Wissenstransfer und Geschäftsanbahnung.»
Die lokale Wirtschaft in Düsseldorf profitiert ebenfalls von der Internationalisierung. Durch den Ausbau der Geschäftsbeziehungen kommen regelmäßig Delegationen aus dem arabischen Raum nach Düsseldorf, was Hotels, Gastronomie und Einzelhandel zugute kommt. Zudem werden durch die intensivere Zusammenarbeit neue Arbeitsplätze am Messestandort Düsseldorf geschaffen.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller unterstützt die Pläne: «Die Messe ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt. Die internationale Ausrichtung stärkt die Position Düsseldorfs als globaler Messestandort und schafft wertvolle Verbindungen zu wichtigen Wachstumsmärkten.»
Die Messe Düsseldorf beschäftigt derzeit rund 15 Mitarbeiter in ihrer Niederlassung in Dubai und plant, dieses Team in den kommenden zwei Jahren auf 25 Personen zu erweitern. Zusätzlich soll ein neues Büro in Riad eröffnet werden, um der wachsenden Bedeutung des saudi-arabischen Marktes gerecht zu werden.
Neben dem Einsatz von Drohnentechnologie will die Messe Düsseldorf auch digitale Angebote ausbauen. Virtuelle Messerundgänge und hybride Veranstaltungsformate sollen es ermöglichen, die Reichweite der Messen zu erhöhen und neue Zielgruppen zu erschließen.
Die Messe Düsseldorf ist mit rund 40 Jahren Erfahrung im Nahen Osten kein Neuling in der Region. Die erste Partnerschaft wurde bereits 1982 mit einer Fachmesse in Dubai begründet. Seither hat das Unternehmen kontinuierlich in den Ausbau seiner Präsenz investiert und gilt heute als einer der wichtigsten europäischen Messeveranstalter in der arabischen Welt.