Als ich gestern an der Tankstelle stand, sah ich denselben Ausdruck auf allen Gesichtern: Frust. Der Dieselpreis kratzte an der Zwei-Euro-Marke. Seit dem Iran-Krieg steigen die Preise drastisch. Genau deshalb kommt jetzt die neue Spritpreisregel – ab 1. April wird das Tanken anders.
Die Regelung ist simpel: Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich ihre Preise erhöhen, und zwar um 12 Uhr mittags. Senken können sie jederzeit. «Wenn das Kartellamt weiter so arbeitet wie bisher, dann brauchen wir es nicht», kritisiert Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze deutlich. Er nennt die aktuellen Preise «Abzocke». Das Bundeskartellamt bekommt jetzt mehr Macht. Die Mineralölbranche muss starke Preissteigerungen künftig begründen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 100.000 Euro.
Meine Nachbarin, Pendlerin aus Überzeugung, rechnet mir vor: «Jeden Morgen 60 Kilometer zur Arbeit, jeden Abend zurück.» Die hohen Spritpreise treffen besonders Familien und mittelständische Betriebe hart. Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt fordert deshalb, die CO2-Abgabe vorübergehend zu streichen. Das könnte Diesel um 15 bis 16 Cent senken.
Die Inflation liegt im März bei 2,7 Prozent – ein Zwei-Jahres-Hoch. Energiepreise kletterten um 7,2 Prozent nach oben. Die neue Regelung ist ein Versuch, die Preissprünge zu bremsen. Ob sie wirklich hilft? Das zeigen die nächsten Wochen. Eines ist sicher: Autofahrer beobachten die Zapfsäulen jetzt noch genauer als zuvor.