In der Hansestadt Hamburg laufen die letzten Vorbereitungen für den ersten Nordsee-Gipfel auf Hochtouren. Am Freitag treffen sich hochrangige politische Vertreter aus neun Ländern, um über die Zukunft der Nordsee zu beraten. Doch für die Hamburger Bevölkerung bedeutet diese internationale Konferenz erhebliche Einschränkungen im Alltag.
Seit Tagen bereitet sich die Polizei mit einem Großaufgebot auf das Ereignis vor. Besonders rund um die Elbphilharmonie, wo der Gipfel stattfindet, gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen. Die Polizei hat bereits eine Sperrzone eingerichtet, die für den allgemeinen Verkehr nicht zugänglich ist.
«Die Sicherheit der Staatsgäste hat höchste Priorität», erklärt Polizeisprecherin Sandra Müller. «Wir bitten alle Hamburgerinnen und Hamburger um Verständnis für die unvermeidlichen Einschränkungen.»
Besonders betroffen sind Anwohner und Geschäftsinhaber in der HafenCity. Viele Straßen sind nur noch mit Sonderausweisen passierbar, die im Vorfeld beantragt werden mussten. Lieferanten und Besucher müssen sich auf umfangreiche Kontrollen einstellen.
Auch im Luftraum über Hamburg gelten besondere Regeln. Die Behörden haben ein striktes Flugverbot über der Innenstadt verhängt. Dies betrifft nicht nur Privatflugzeuge, sondern auch Drohnen und andere unbemannte Flugobjekte. Bei Verstößen drohen empfindliche Geldstrafen.
Der öffentliche Nahverkehr ist ebenfalls betroffen. Mehrere Bushaltestellen wurden verlegt, und einige U-Bahn-Stationen werden am Freitag nur eingeschränkt bedient. Die Hochbahn empfiehlt Fahrgästen, mehr Zeit für ihre Wege einzuplanen und wenn möglich auf alternative Routen auszuweichen.
«Es ist natürlich ärgerlich, dass ich einen längeren Weg zur Arbeit in Kauf nehmen muss», sagt Thomas Weber, der in der HafenCity arbeitet. «Aber ich verstehe, dass solche Maßnahmen notwendig sind.»
Der Nordsee-Gipfel bringt führende Politiker aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Belgien, Großbritannien, Irland, Luxemburg, Niederlande und Norwegen zusammen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie der Klimawandel, die Energiegewinnung in der Nordsee und der Schutz der maritimen Umwelt.
«Dieser Gipfel ist ein wichtiger Schritt für die Zusammenarbeit der Anrainerstaaten», betont Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. «Die gemeinsamen Herausforderungen beim Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Nordsee können wir nur gemeinsam bewältigen.»
Neben den Verkehrseinschränkungen müssen sich die Hamburger auch auf verstärkte Polizeipräsenz einstellen. Zusätzliche Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern unterstützen die Hamburger Polizei bei ihrer Arbeit.
Die Handelskammer Hamburg schätzt, dass lokale Unternehmen durch die Einschränkungen Umsatzeinbußen erleiden werden. Besonders Restaurants und Geschäfte in der Nähe der Sperrzone sind betroffen. Gleichzeitig hoffen Hotels und Gastronomiebetriebe auf zusätzliche Gäste durch die internationalen Delegationen.
Die Polizei hat eine spezielle Hotline eingerichtet, bei der Bürger Informationen zu den Verkehrseinschränkungen erhalten können. Außerdem gibt es online detaillierte Karten, auf denen die Sperrzonen verzeichnet sind.
Für Samstag haben verschiedene Umweltorganisationen zu einer Demonstration aufgerufen. Sie fordern von den Teilnehmern des Gipfels konkrete Maßnahmen zum Schutz der Nordsee. Die Polizei rechnet mit etwa 2000 Teilnehmern und hat entsprechende Vorkehrungen getroffen.
Trotz aller Einschränkungen sehen viele Hamburger den Gipfel auch als Chance für ihre Stadt. «Hamburg präsentiert sich einmal mehr als weltoffene Metropole und wichtiger Ort für internationale Begegnungen», sagt Tourismusdirektor Michael Schmidt. «Das stärkt langfristig unseren Ruf als Standort für bedeutende Konferenzen.»
Die Verkehrseinschränkungen sollen am Freitagabend nach Ende des Gipfels schrittweise aufgehoben werden. Bis Samstag soll die Situation in der Hamburger Innenstadt wieder normalisiert sein.