Die Straße vor meinem Bürofenster ist voll. Wie jeden Morgen reihen sich Autos in endlosen Schlangen. Pendler auf dem Weg zur Arbeit. Ab 2026 wird dieses tägliche Ritual für viele deutlich kostspieliger. Die geplanten Änderungen bei der Pendlerpauschale sorgen bereits jetzt für hitzige Diskussionen.
Die Bundesregierung plant eine tiefgreifende Reform. Die bisherige Entfernungspauschale von 30 Cent ab dem ersten Kilometer soll künftig erst ab dem 21. Kilometer greifen. Für die ersten 20 Kilometer erhalten Pendler dann nichts mehr. Für Millionen Berufstätige bedeutet das spürbare finanzielle Einbußen. «Diese Reform trifft vor allem Menschen im ländlichen Raum, die oft keine Alternative zum Auto haben», erklärt Steuerberater Michael Weber. Die Rechnung ist einfach: Bei 20 Kilometern Arbeitsweg verlieren Pendler jährlich rund 1.300 Euro an Steuerermäßigung.
Letzte Woche sprach ich mit meinem Nachbarn Thomas. Er pendelt täglich 25 Kilometer zur Arbeit. «Ich habe keine Wahl«, seufzt er. «Öffentliche Verkehrsmittel sind bei uns praktisch nicht vorhanden.» Seine Geschichte ist keine Seltenheit. Viele Menschen stehen vor dem gleichen Dilemma.
Der Reformvorschlag folgt dem Ziel der CO₂-Reduktion im Verkehrssektor. Gleichzeitig wächst die Kritik an der sozialen Ausgewogenheit. Die Debatte zeigt einmal mehr den Spagat zwischen Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Was bleibt, ist die Frage: Wann folgen endlich die Alternativen, bevor die Belastungen kommen?