Blaulicht und Sirenen erfüllten gestern Abend die Straßen in Düsseldorf-Gerresheim, als ein Routineeinsatz eine dramatische Wendung nahm. An der Kreuzung Dreherstraße/Heyestraße kollidierten ein Streifenwagen und ein Privat-PKW mit erheblichen Folgen für die Beteiligten und den Verkehr.
Der Streifenwagen befand sich auf einer Einsatzfahrt mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn, als es gegen 19:30 Uhr zum Zusammenstoß mit einem schwarzen Volkswagen kam. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass ein Polizeibeamter in seinem Fahrzeug eingeklemmt wurde. Die Feuerwehr musste anrücken, um den Verletzten aus dem stark beschädigten Streifenwagen zu befreien.
«Wir haben sofort mehrere Rettungswagen und einen Notarzt zum Unfallort geschickt», berichtet Einsatzleiter Michael Bergmann von der Düsseldorfer Feuerwehr. «Der eingeklemmte Beamte konnte mit Spezialwerkzeug befreit werden. Er hatte Glück im Unglück – seine Verletzungen sind nach erster Einschätzung nicht lebensgefährlich.»
Neben dem verletzten Polizisten wurden auch der Fahrer des Volkswagens und eine weitere Person zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Nach bisherigen Erkenntnissen erlitten sie leichte bis mittelschwere Verletzungen.
Zahlreiche Anwohner wurden durch den lauten Knall aufgeschreckt und versammelten sich an der Unfallstelle. «Ich habe gerade ferngesehen, als es einen fürchterlichen Krach gab», erzählt Marion Schneider, die nur wenige Häuser entfernt wohnt. «Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich schon die ersten Leute zur Kreuzung laufen.»
Die Kreuzung im Stadtteil Gerresheim musste für die Dauer der Rettungsarbeiten und zur Unfallaufnahme vollständig gesperrt werden. Der Verkehr wurde großräumig umgeleitet, was zu erheblichen Behinderungen im Feierabendverkehr führte. Erst nach etwa drei Stunden konnte die Straße wieder freigegeben werden.
Zur genauen Unfallursache hat die Polizei bereits Ermittlungen eingeleitet. Ein Unfallaufnahmeteam aus einer Nachbarstadt wurde hinzugezogen, um eine neutrale Untersuchung zu gewährleisten. Im Fokus steht dabei besonders die Frage nach dem Vorkaufsrecht an der Kreuzung. Auch wenn Einsatzfahrzeuge mit Sondersignalen unterwegs sind, müssen sie stets mit besonderer Vorsicht fahren und dürfen andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden.
Die Polizeipräsidentin von Düsseldorf, Miriam Brauns, besuchte noch am Abend das Krankenhaus, um sich nach dem Zustand ihres verletzten Kollegen zu erkundigen. In einer kurzen Stellungnahme betonte sie: «Solche Unfälle zeigen, welchen Risiken unsere Einsatzkräfte täglich ausgesetzt sind. Wir sind erleichtert, dass es nicht noch schlimmer ausgegangen ist.»
Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass Unfälle mit Einsatzfahrzeugen keine Seltenheit sind. «Trotz Blaulicht und Sirene werden Einsatzfahrzeuge im hektischen Stadtverkehr manchmal übersehen oder falsch eingeschätzt», erklärt Thomas Weber vom Verkehrsclub Deutschland. «Für alle Verkehrsteilnehmer gilt: Bei Martinshorn immer besonders aufmerksam sein und schnellstmöglich, aber ohne Panik, Platz machen.»
Die Polizei Düsseldorf bittet Zeugen des Unfalls, sich unter der Telefonnummer 0211-8700 zu melden. Besonders Hinweise von Personen, die den Unfallhergang beobachtet haben oder über Videoaufnahmen verfügen, könnten bei der Aufklärung helfen.