Artikel – Die ersten Nächte des neuen Jahres bescheren uns ein faszinierendes Himmelsschauspiel. Überall in Deutschland blicken Menschen nach oben und werden mit einem Regen aus Sternschnuppen belohnt. Bis zu 120 Lichtstreifen pro Stunde ziehen über den Nachthimmel – die Quadrantiden sind da und erreichen gerade ihren Höhepunkt.
Gestern stand ich selbst frierend im Garten, den Blick nach Nordosten gerichtet. Das Warten hat sich gelohnt. «Dieser Meteorstrom gehört zu den aktivsten des Jahres und übertrifft sogar die bekannteren Perseiden im August», erklärt Astronomie-Professor Marcus Langner von der Sternwarte München. Was die Quadrantiden besonders macht: Ihr Maximum dauert nur wenige Stunden, nicht Tage wie bei anderen Sternschnuppenschauern.
Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen. Ich war überrascht, wie viele davon selbst vom lichtverschmutzten Stadtrand aus sichtbar waren. Wichtig ist nur ein möglichst freier Blick zum Horizont und etwas Geduld. Die Meteore stammen übrigens von winzigen Staubpartikeln eines Kometen, der bereits vor Jahrhunderten zerbrochen ist.
Die Quadrantiden verdanken ihren Namen dem nicht mehr gebräuchlichen Sternbild «Mauerquadrant». Ein schöner Gedanke: Während wir unten unsere Neujahrsvorsätze planen, verglühen oben uralte kosmische Überreste in unserer Atmosphäre. Als würde das Universum seinen eigenen Jahreswechsel mit Feuerwerk feiern – nur viel spektakulärer als unseres.