Am Spielfeldrand des Stadions an der Hafenstraße rumort es dieser Tage gewaltig. Der Transferpoker um RWE-Talent Ramien Safi hat ein überraschendes Ende gefunden. Rot-Weiss Essen lehnte ein 350.000-Euro-Angebot eines Zweitligisten für das 19-jährige Sturmjuwel kategorisch ab. Die Essener setzen damit ein klares Zeichen in einer Liga, wo Transfererlöse oft überlebenswichtig sind.
Die Entscheidung zeigt den neuen Kurs der RWE-Führung. «Wir verkaufen nicht jeden Spieler beim ersten Angebot«, erklärte Marcus Uhlig, Vorstandsvorsitzender der Essener, gegenüber Reviersport. «Ramien ist Teil unserer Zukunftsplanung.» Der gebürtige Essener Safi gilt als eines der vielversprechendsten Talente im deutschen Drittliga-Fußball. Mit seiner Schnelligkeit und Torgefahr hat er bereits mehrfach sein Potenzial angedeutet.
Während meines letzten Stadionbesuchs fiel auf, wie die Fans den jungen Angreifer feiern. «Safi, Safi«-Rufe schallen regelmäßig durch die Kurven. Die Vereinsführung pokerte hoch – und behielt die Nerven. Sportdirektor Christian Flüthmann arbeitet seit Monaten an einer nachhaltigen Kaderstrategie. Der Verein will nicht mehr nur als Durchlauferhitzer für andere Clubs dienen.
Für RWE könnte diese Entscheidung wegweisend sein. Die Rot-Weissen demonstrieren Stärke auf dem Transfermarkt und signalisieren den eigenen Aufstiegsambitionen. Safi bleibt ein Essener Jung› – zumindest vorerst. In einer Zeit, wo Vereinstreue oft Seltenheitswert hat, ist diese Geschichte ein kleines Fußballmärchen im rauen Drittliga-Alltag.