Nach nur anderthalb Jahren im Amt hat Kölns Regierungspräsident Thomas Wilk überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Der 57-jährige CDU-Politiker wird seine Position zum 31. August niederlegen. Wilk, der erst im Februar 2023 die Nachfolge von Gisela Walsken angetreten hatte, begründet seinen Schritt mit persönlichen Gründen.
Die Bezirksregierung Köln ist mit rund 2.200 Beschäftigten eine der größten Mittelbehörden in Nordrhein-Westfalen. Sie übernimmt wichtige Aufgaben zwischen der Landesregierung und den Kommunen im Regierungsbezirk, der 99 Städte und Gemeinden mit insgesamt 4,5 Millionen Einwohnern umfasst.
«Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen», erklärte Wilk in einer offiziellen Mitteilung. «Nach reiflicher Überlegung möchte ich mich wieder stärker meiner Familie widmen und neue berufliche Wege einschlagen.» Vor seinem Amt als Regierungspräsident war Wilk als Ministerialdirigent im NRW-Schulministerium tätig.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst äußerte Verständnis für Wilks Entscheidung und dankte ihm für seine Arbeit: «Thomas Wilk hat die Bezirksregierung Köln mit großer Kompetenz und Engagement geleitet. Seine Entscheidung verdient Respekt.» Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin hat bereits begonnen.
Während seiner kurzen Amtszeit musste Wilk mehrere Herausforderungen bewältigen, darunter die Koordination regionaler Infrastrukturprojekte und die Umsetzung von Landesprogrammen im Regierungsbezirk. Besonders die Bewältigung der Folgen des Hochwassers im Ahrtal und die Abstimmung von Hilfsmaßnahmen für betroffene Gemeinden im Regierungsbezirk gehörten zu seinen Aufgaben.
Die Bezirksregierung Köln spielt eine zentrale Rolle bei der Genehmigung von Bauprojekten, der Schulaufsicht und der Verteilung von Fördermitteln. Sie ist außerdem für den Katastrophenschutz, Umweltschutz und die Integration von Geflüchteten zuständig. Der Regierungspräsident vertritt die Landesregierung im Bezirk und koordiniert die Zusammenarbeit mit den Kommunen.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bedauert Wilks Rücktritt: «In der kurzen Zeit unserer Zusammenarbeit habe ich Herrn Wilk als kompetenten und verlässlichen Partner für die Stadt Köln kennengelernt. Seine Entscheidung respektiere ich, wünsche ihm aber für die Zukunft alles Gute.»
Bis zur Ernennung eines Nachfolgers werden die Aufgaben vorübergehend von der stellvertretenden Regierungspräsidentin übernommen. Die Landesregierung strebt eine zügige Neubesetzung an, um Kontinuität in der Verwaltungsarbeit zu gewährleisten.
Politische Beobachter erwarten, dass die CDU-geführte Landesregierung einen Kandidaten aus den eigenen Reihen für die Position vorschlagen wird. Die Ernennung erfolgt formal durch das Landeskabinett auf Vorschlag des Ministerpräsidenten.
Für die Bürgerinnen und Bürger im Regierungsbezirk Köln soll der Wechsel an der Spitze keine direkten Auswirkungen auf Verwaltungsdienstleistungen haben. Die Bezirksregierung betont, dass alle laufenden Projekte und Antragsverfahren ohne Unterbrechung fortgeführt werden.