Der Deutsche Wetterdienst hat für Frankfurt und weite Teile Hessens eine dringende Warnung herausgegeben. In den kommenden Stunden müssen sich die Frankfurter auf winterliche Verhältnisse einstellen. Nach wochenlangen milden Temperaturen kehrt nun der Winter zurück – mit Schnee, Glätte und möglichen Verkehrsbehinderungen.
«Die Wetterlage hat sich deutlich verändert. Wir erwarten einen Kaltlufteinbruch, der bis zum Wochenende anhält», erklärt Meteorologe Thomas Müller vom DWD. Die Temperaturen sinken in Frankfurt auf Werte um den Gefrierpunkt, nachts sind sogar bis zu minus 3 Grad möglich.
Besonders gefährlich wird es auf den Straßen. Der anfangs als Regen fallende Niederschlag geht schnell in Schnee über und kann auf den kalten Straßen gefrieren. Der Winterdienst der Stadt Frankfurt ist bereits in Alarmbereitschaft. «Wir haben alle verfügbaren Fahrzeuge vorbereitet und stehen bereit, sobald der erste Schnee fällt», bestätigt ein Sprecher der FES.
Die Polizei Frankfurt appelliert an alle Verkehrsteilnehmer: «Bitte passen Sie Ihre Fahrweise an, planen Sie mehr Zeit ein und fahren Sie besonders vorsichtig.» Auf den Autobahnen rund um Frankfurt könnte es zu erheblichen Verzögerungen kommen.
Für Pendler bedeutet das: Der öffentliche Nahverkehr könnte von Verspätungen betroffen sein. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft rät, mehr Zeit einzuplanen und aktuelle Fahrplanänderungen über die RMV-App zu verfolgen.
Besonders betroffen sind neben Frankfurt auch der Taunus, der Vogelsberg und die Region rund um Darmstadt. Im Taunus werden sogar bis zu 10 Zentimeter Neuschnee erwartet. «In höheren Lagen kann es durchaus zu erheblichen Schneeverwehungen kommen», warnt der DWD.
Die Winterwarnung gilt zunächst bis Samstagmorgen. Die Stadt Frankfurt hat bereits reagiert und zusätzliche Unterkünfte für obdachlose Menschen geöffnet. «Bei diesen Temperaturen kann es lebensgefährlich werden, im Freien zu übernachten», erklärt Sozialdezernentin Elke Weber-Braun.
Auch für Hauseigentümer besteht Handlungsbedarf: Sie sind verpflichtet, Gehwege vor ihren Grundstücken von Schnee und Eis zu befreien. Die Räumpflicht gilt in Frankfurt zwischen 7 und 20 Uhr.
Die Frankfurter nehmen die Ankündigung unterschiedlich auf. «Endlich mal wieder richtiger Winter, das wurde auch Zeit», freut sich Peter Schmitt aus Sachsenhausen. Pendlerin Maria Kovacs sieht es pragmatischer: «Ich werde morgen früher losfahren und habe schon Winterreifen aufgezogen.»
Meteorologen sehen in diesem Wintereinbruch ein typisches Phänomen: «Nach längeren milden Phasen im Winter kommt es oft zu plötzlichen Kälteeinbrüchen. Das Wetter schlägt quasi zurück», erläutert Klimaexperte Dr. Klaus Reinhardt von der Goethe-Universität.
Für das Wochenende gibt der Wetterdienst keine Entwarnung: Es bleibt kalt mit weiteren Schneeschauern. Die Frankfurter müssen sich auf einen winterlichen Wochenendspaziergang einstellen – mit Handschuhen, Mütze und festem Schuhwerk.
«Positiv ist: Der Schnee sorgt für mehr Helligkeit in der dunklen Jahreszeit», merkt der DWD-Meteorologe an. «Und für Kinder wird es endlich wieder Gelegenheit geben, einen Schneemann zu bauen.»
Die Einsatzkräfte in Frankfurt bleiben in Alarmbereitschaft. Feuerwehr und Rettungsdienst haben zusätzliches Personal aktiviert, um auf mögliche Unfälle durch Glätte schnell reagieren zu können.
Wer in den kommenden Tagen in Frankfurt unterwegs ist, sollte auf angemessene Winterkleidung achten und bei Autofahrten genügend Zeit einplanen. Die Wetterexperten empfehlen, unnötige Fahrten zu vermeiden und regelmäßig die aktuellen Wetterwarnungen zu verfolgen.