Die Münchnerinnen und Münchner müssen sich auf weitere winterliche Tage einstellen. Nach dem Neuschnee der vergangenen Woche bleibt es kalt in der bayerischen Landeshauptstadt. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glätte und weiteren Schneefällen in den kommenden Tagen.
«Wir erleben gerade eine typische Winterwetterlage, die für München eigentlich normal ist, aber in den letzten Jahren selten geworden war», erklärt Meteorologe Klaus Schmitt vom Wetteramt München. Die aktuelle Kältephase könnte noch bis Mitte Februar anhalten, was besonders für den Winterdienst der Stadt eine Herausforderung darstellt.
Seit Montag sind die Räumfahrzeuge wieder im Dauereinsatz. Auf den Hauptverkehrsstraßen und wichtigen Radwegen wird kontinuierlich geräumt und gestreut. «Unsere Teams arbeiten seit 3 Uhr morgens, um die Verkehrswege so sicher wie möglich zu halten», berichtet Maria Weber, Sprecherin der Münchner Stadtreinigung.
In den Stadtteilen Schwabing und Bogenhausen fielen in der Nacht auf Dienstag etwa 7 Zentimeter Neuschnee. Der Englische Garten verwandelte sich in eine weiße Winterlandschaft, die zahlreiche Spaziergänger trotz der Kälte anlockte. «Es ist wunderschön, München einmal wieder richtig verschneit zu sehen», schwärmt Anwohnerin Sabine Müller, die mit ihren Kindern zum Rodeln in den Park kam.
Für den öffentlichen Nahverkehr bedeutet der Wintereinbruch jedoch zusätzliche Belastungen. Die MVG meldet vereinzelte Verspätungen bei Bussen und Trams. «Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis und empfehlen, etwas mehr Zeit für die Wege einzuplanen», sagt MVG-Sprecher Thomas Klein.
Die Temperaturen bleiben in den kommenden Tagen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Nachts werden Werte zwischen -7 und -10 Grad erwartet, tagsüber steigen sie kaum über -3 Grad. Besonders in den Morgenstunden ist mit Glatteis zu rechnen.
Der Deutsche Wetterdienst hat bereits eine Wetterwarnung für München und Umgebung herausgegeben. «Ab Donnerstag erwarten wir einen weiteren Kaltlufteinbruch mit ergiebigen Schneefällen», warnt Meteorologe Schmitt. «Es könnten nochmals 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee fallen.»
Für die Obdachlosenhilfe in München bedeutet der anhaltende Frost eine kritische Situation. Die Kälteschutzeinrichtungen der Stadt sind nahezu vollständig belegt. «Wir haben unsere Kapazitäten erhöht und bieten zusätzliche Notschlafplätze an», erklärt Sozialdezernentin Dorothee Fischer. Die Streetworker sind verstärkt unterwegs, um obdachlose Menschen anzusprechen und ihnen Hilfe anzubieten.
Während viele Münchner die winterliche Stadtkulisse genießen, bereiten die Wetterverhältnisse anderen Sorgen. Besonders ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität haben mit den glatten Gehwegen zu kämpfen. Die Nachbarschaftshilfen in verschiedenen Stadtteilen verzeichnen einen Anstieg von Anfragen für Einkaufshilfen und Schneeschippdienste.
Der Winterdienst appelliert an alle Hauseigentümer, ihrer Räum- und Streupflicht nachzukommen. Zwischen 7 und 20 Uhr müssen Gehwege von Schnee befreit und bei Glatteis gestreut werden. Wer dem nicht nachkommt, riskiert Bußgelder und haftet im Schadensfall.
Für Wintersportbegeisterte bietet der Schneefall jedoch auch Erfreuliches: Die Langlaufloipen im Olympiapark wurden frisch präpariert und sind in bestem Zustand. Auch die Rodelberge im Westpark und am Luitpoldhügel sind gut besucht. Die Polizei mahnt jedoch zur Vorsicht: «Bitte nur an den ausgewiesenen Stellen rodeln und auf andere Personen Rücksicht nehmen», so ein Sprecher des Polizeipräsidiums München.
Die Stadtwerke München verzeichnen derzeit einen deutlich erhöhten Energieverbrauch. «Der Heizungsbedarf ist um etwa 30 Prozent gestiegen», erklärt Energieexperte Martin Hofmann. Er empfiehlt, die Heizung nachts nur moderat herunterzudrehen, um Einfrieren zu vermeiden und effizient zu heizen.
Meteorologen rechnen damit, dass die Kältewelle mindestens bis zum Wochenende anhält. Erst ab Mitte nächster Woche könnte es zu einer leichten Erwärmung kommen. Bis dahin bleibt München fest in winterlicher Hand – mit allen Herausforderungen und winterlichen Freuden, die dazugehören.