Ein plötzlicher Wintereinbruch steht vor der Tür. Nach den milden Temperaturen der letzten Wochen müssen sich die Düsseldorfer auf einen drastischen Wetterumschwung einstellen. Für das kommende Wochenende kündigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) starken Schneefall, eisige Temperaturen und sturmartigen Wind an – eine Kombination, die zu schwierigen Verhältnissen in der Landeshauptstadt führen könnte.
Die Meteorologen erwarten für Freitagabend den Beginn des Wintereinbruchs. «Wir rechnen mit einem Temperatursturz von bis zu 15 Grad innerhalb weniger Stunden», erklärt Michael Weber vom DWD. «In der Nacht zu Samstag werden die Temperaturen auf bis zu minus 7 Grad fallen, was zusammen mit dem erwarteten Niederschlag zu gefährlicher Glätte führen wird.»
Der städtische Winterdienst bereitet sich intensiv auf den Einsatz vor. «Alle verfügbaren Fahrzeuge und Mitarbeiter stehen bereit», versichert Kerstin Jäckel von der Stadtverwaltung. «Wir haben unsere Salzvorräte aufgefüllt und die Räumfahrzeuge bereits in Stellung gebracht.» Insgesamt stehen 45 Räum- und Streufahrzeuge zur Verfügung, die ab Freitagabend im Dauereinsatz sein werden.
Besonders kritisch könnte die Situation im öffentlichen Nahverkehr werden. Die Rheinbahn hat bereits vorsorglich Einschränkungen angekündigt. «Bei starkem Schneefall und Eisbildung müssen wir mit Verspätungen und eventuellen Ausfällen rechnen», sagt Sprecher Thomas Müller. «Besonders die Buslinien in den Außenbezirken und die oberirdischen Bahnstrecken könnten betroffen sein.» Reisende sollten vor Fahrtantritt unbedingt die aktuellen Fahrplaninformationen prüfen.
Für die Düsseldorfer Geschäfte bedeutet der Wintereinbruch eine Herausforderung. «Gerade jetzt, wo das Weihnachtsgeschäft langsam anläuft, könnte ein Schneesturm die Kundenfrequenz deutlich senken», befürchtet Peter Klein vom Einzelhandelsverband. Er hofft auf eine schnelle Normalisierung: «Wir setzen darauf, dass die Räumdienste die Innenstadt schnell wieder begehbar machen.»
Eltern sollten sich auf mögliche Schulausfälle einstellen. «Ob Schulen geschlossen werden müssen, entscheiden wir kurzfristig je nach tatsächlicher Wetterlage», erklärt die Schulbehörde. «Informationen dazu werden über die üblichen Kommunikationskanäle der Schulen weitergegeben.» Auch Kindergärten könnten betroffen sein.
Für obdachlose Menschen könnte der Kälteeinbruch lebensgefährlich werden. Die Stadt hat deshalb zusätzliche Notunterkünfte eingerichtet. «Wir haben unsere Kapazitäten erweitert und halten insgesamt 200 Schlafplätze bereit», sagt Sozialdezernentin Marie Schmidt. «Unsere Streetworker sind verstärkt unterwegs, um gefährdete Personen anzusprechen und in Sicherheit zu bringen.»
Die Menschen in Düsseldorf sollten sich auf das Winterwetter vorbereiten. «Vermeiden Sie unnötige Fahrten mit dem Auto», rät die Polizei. «Falls Sie doch fahren müssen, rechnen Sie mit deutlich verlängerten Fahrzeiten und rüsten Sie Ihr Fahrzeug winterfest aus.» Auch Fußgänger sollten vorsichtig sein und rutschfestes Schuhwerk tragen.
Neben den Herausforderungen bringt der Schnee aber auch Freude. Im Düsseldorfer Hofgarten können sich Kinder auf Schlittenfahrten freuen, und auch die Hügel am Rheinufer eignen sich dafür. «Schnee in der Stadt hat auch seinen Reiz», meint Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller. «Aber die Sicherheit geht vor. Wir werden alles tun, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.»
Der Wintereinbruch soll laut Prognose bis mindestens Sonntagabend anhalten. Erst zum Wochenanfang wird eine leichte Entspannung erwartet, wobei die Temperaturen auch dann noch im Bereich des Gefrierpunkts bleiben sollen. Immerhin: Der Schneefall könnte der Stadt eine romantische Winterkulisse bescheren – ein kleiner Trost für die zu erwartenden Unannehmlichkeiten.
«Bei aller Vorbereitung – ein Schneesturm lässt sich nicht kontrollieren», sagt Kerstin Jäckel abschließend. «Wir bitten alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer um Verständnis und Geduld in den kommenden Tagen.»