Der Winter zeigt sich von seiner unerbittlichen Seite. Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaute, bot sich mir ein Bild wie aus einem nordischen Märchen. Weiße Landschaften, meterhoch türmen sich die Schneemassen. Schneesturm «Elli» hat Deutschland fest im Griff – besonders der Norden versinkt im weißen Chaos.
Die Auswirkungen sind massiv. In mehreren Bundesländern bleiben Schulen geschlossen, Züge stehen still, Flughäfen melden Ausfälle. Auf den Straßen herrscht Ausnahmezustand. Gestern blieb ich selbst im Berufsverkehr stecken. Zwei Stunden für eine sonst zwanzigminütige Strecke. Der öffentliche Nahverkehr kämpft mit ähnlichen Problemen. Busse und Bahnen fallen reihenweise aus.
«Diese Wetterlage ist außergewöhnlich intensiv für einen Februar», erklärt Meteorologe Thomas Heinemann. «Die Kombination aus starkem Schneefall und orkanartigen Böen macht die Situation besonders gefährlich.» Die Temperaturen sind auf eisige Minusgrade gefallen. Bis zu 40 Zentimeter Neuschnee werden mancherorts gemeldet. Räumdienste arbeiten rund um die Uhr.
In Hamburg erinnert mich die Situation an den legendären Schneewinter 1978/79. Damals wie heute zeigt sich: Die Natur behält immer die Oberhand. Unser durchgetakteter Alltag gerät ins Stocken, wenn Schneesturm Elli zuschlägt. Vielleicht liegt darin auch eine Chance. Eine erzwungene Entschleunigung in unserer rastlosen Zeit. Manchmal braucht es eben eine Naturgewalt, um uns daran zu erinnern.