Münchens Zoo bereitet sich auf tierische Sensation vor – Pandas aus China sollen kommen
In der bayerischen Landeshauptstadt wächst die Vorfreude auf einen ganz besonderen Zuwachs: Der Tierpark Hellabrunn könnte bald zwei seltene Große Pandas beherbergen. Nach jahrelangen diplomatischen Bemühungen scheint eine Vereinbarung zwischen Deutschland und China kurz vor dem Abschluss zu stehen.
«Wir stehen in den finalen Gesprächen mit den chinesischen Behörden», bestätigt Tierparkdirektor Rasem Baban. «Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren, aber es gibt noch einige Details zu klären.» Die schwarzweißen Bären gelten weltweit als Symbole des Artenschutzes und sind absolute Publikumsmagneten.
Die Verhandlungen über die Panda-Leihe laufen bereits seit 2017. Damals hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel während eines China-Besuchs erste Gespräche geführt. Nach einer längeren Pause wurden die Verhandlungen nun wieder intensiviert.
Für den Münchner Tierpark bedeutet die mögliche Ankunft der Pandas einen enormen Prestigegewinn. Weltweit gibt es nur wenige Zoos außerhalb Chinas, die diese bedrohten Tiere zeigen dürfen. In Deutschland leben derzeit nur im Berliner Zoo zwei Große Pandas.
Millionen-Investition für neue Panda-Anlage
Der Tierpark Hellabrunn muss für die neuen Bewohner tief in die Tasche greifen. Rund vier Millionen Euro soll die neue Panda-Anlage kosten. «Es geht nicht nur um eine artgerechte Unterbringung, sondern auch um die Einhaltung strenger chinesischer Vorgaben», erklärt Baban. Die Anlage wird großzügige Innen- und Außenbereiche umfassen und den Tieren ausreichend Klettermöglichkeiten bieten.
Auch die laufenden Kosten sind beträchtlich. Allein für Bambus, die Hauptnahrung der Pandas, müssen jährlich etwa 100.000 Euro eingeplant werden. Ein erwachsener Panda vertilgt täglich bis zu 40 Kilogramm der Pflanze.
Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt sich begeistert: «Die Pandas wären ein enormer Gewinn für unsere Stadt und den Tierpark. Ich hoffe sehr, dass die letzten Hürden bald genommen werden können.»
Mehr als nur niedliche Bären
Die mögliche Ankunft der Pandas hat auch eine politische Dimension. China verleiht die Tiere traditionell nur an Länder, mit denen gute diplomatische Beziehungen bestehen. Die jährliche «Leihgebühr» pro Panda-Paar beträgt etwa eine Million US-Dollar. Diese Gelder fließen jedoch in Artenschutzprojekte.
«Pandas sind Botschafter ihrer bedrohten Art», erklärt Dr. Maria Schmidt, Artenschutzexpertin. «Weltweit gibt es nur noch etwa 1.800 Große Pandas in freier Wildbahn. Jedes Zuchtprogramm in Zoos trägt zum Erhalt dieser faszinierenden Tiere bei.»
Die Münchner können sich allerdings noch etwas gedulden müssen. Selbst wenn die Vereinbarung in den nächsten Wochen unterzeichnet wird, wird es noch etwa ein Jahr dauern, bis die Panda-Anlage fertiggestellt ist und die Tiere einziehen können.
Der Tierpark Hellabrunn bereitet sich dennoch schon jetzt auf den erwarteten Besucheransturm vor. In Berlin hatte die Ankunft der Pandas zu einer Verdoppelung der Besucherzahlen geführt. «Wir entwickeln bereits Konzepte, um den Andrang zu bewältigen und gleichzeitig das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten», sagt Baban.
Für die Münchnerinnen und Münchner wäre die Ankunft der schwarzweißen Bären jedenfalls ein Grund zur Freude. «Meine Kinder fragen schon seit Jahren, wann wir endlich Pandas im Zoo haben», erzählt die 38-jährige Stefanie Müller. «Wenn es wirklich klappt, werden wir sicher zu den ersten Besuchern gehören.»