Eine 29-jährige Frau wurde am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags auf St. Pauli Opfer eines schweren Sexualdelikts. Der bislang unbekannte Täter ist flüchtig. Die Polizei bittet die Bevölkerung nun dringend um Mithilfe bei der Aufklärung dieses Falls.
Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 25. Dezember im Stadtteil St. Pauli. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler war die Frau gegen 6:30 Uhr auf dem Heimweg, als sie in der Nähe der Reeperbahn von einem Mann überfallen wurde. Der Täter warf die 29-Jährige zu Boden und nahm sexuelle Handlungen an ihr vor.
«Der Übergriff erfolgte völlig überraschend. Die junge Frau hatte keine Chance, sich zu verteidigen», erklärt Polizeisprecherin Maren Schulz. «Zum Glück näherten sich Passanten, was den Täter zur Flucht veranlasste.» Das Opfer erlitt bei dem Angriff leichte Verletzungen und steht unter Schock. Sie wird von Opferschutzbeauftragten betreut.
Die Polizei hat unmittelbar nach der Tat umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Spezialisten der Kriminalpolizei sicherten Spuren am Tatort und werten nun Kamerabilder aus der Umgebung aus. Das zuständige Fachkommissariat für Sexualdelikte (LKA 42) hat die Ermittlungen übernommen.
Der Täter wird wie folgt beschrieben:
– Männlich
– 20 bis 30 Jahre alt
– Etwa 175 bis 180 cm groß
– Schlanke Statur
– Dunkle Bekleidung
– Möglicherweise mit Kapuzenpullover
Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. «Wir bitten alle Personen, die sich am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertags im Bereich St. Pauli aufgehalten haben und verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich umgehend mit uns in Verbindung zu setzen», so Schulz. «Auch scheinbar unwichtige Details können für uns wertvoll sein.»
Die Vorfälle haben bei Anwohnern Besorgnis ausgelöst. «Es ist erschreckend, dass so etwas am helllichten Tag passieren kann, selbst wenn es früh am Morgen ist», sagt Karin Meier, Mitglied einer Bürgerinitiative für mehr Sicherheit im Viertel. «Wir fordern schon lange mehr Polizeipräsenz, besonders in den frühen Morgenstunden, wenn viele Menschen von der Nachtschicht oder vom Ausgehen nach Hause gehen.»
Die Polizei Hamburg hat nach dem Vorfall verstärkte Streifen im Bereich St. Pauli eingesetzt. «Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat für uns oberste Priorität», betont Schulz. «Wir nehmen solche Vorfälle sehr ernst und setzen alles daran, den Täter schnell zu fassen.»
Die Polizei rät besonders in den Nachtstunden zu erhöhter Vorsicht. «Wenn möglich, sollte man nicht alleine unterwegs sein. Nutzen Sie gut beleuchtete Wege und haben Sie Ihr Handy griffbereit», empfiehlt die Polizeisprecherin. Bei Gefahr sollten Betroffene laut um Hilfe rufen und wenn möglich den Notruf 110 wählen.
Hinweise zum Fall nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 040 4286-56789 entgegen. Alternativ können sich Zeugen auch an jede Polizeidienststelle wenden. Wer Hinweise geben möchte, kann dies auch anonym tun.
Fälle von Sexualdelikten im öffentlichen Raum sind in Hamburg keine Seltenheit. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei über 200 ähnliche Vorfälle im Stadtgebiet. Experten betonen, dass schnelle Hilfe und die Unterstützung durch Zeugen entscheidend sein können, um Täter zu fassen und weitere Übergriffe zu verhindern.