Die Münchner Stadtregierung hat beschlossen, die Regelungen zum Silvesterfeuerwerk ab 2025 deutlich zu verschärfen. Nach hitzigen Debatten im Stadtrat wurde eine Ausweitung der böllerfreien Zonen auf weitere Bereiche der Innenstadt verabschiedet.
«Die Entscheidung war überfällig», erklärt Umweltreferentin Marta Heinz. «Die Belastung durch Feinstaub, der Müll und die Verletzungen durch Feuerwerkskörper haben in den letzten Jahren ein inakzeptables Ausmaß angenommen.» Allein in der Silvesternacht 2023/24 musste die Münchner Feuerwehr zu 27 feuerwerksbedingten Einsätzen ausrücken.
Neben dem bereits bestehenden Verbot in der Fußgängerzone und am Marienplatz wird das Böllerverbot nun auf den gesamten Bereich innerhalb des Altstadtrings ausgeweitet. Zusätzlich wurden sensible Bereiche wie das Gebiet um das Klinikum Großhadern und mehrere Seniorenheime in die Verbotszone aufgenommen.
Die Münchner Polizei begrüßt die Verschärfung. «Mit den bisherigen begrenzten Verbotszonen war eine effektive Kontrolle kaum möglich», sagt Polizeisprecher Stefan Reichert. «Die neuen, klar definierten Bereiche erleichtern die Durchsetzung erheblich.»
Anwohner des Glockenbachviertels, das nun ebenfalls zur böllerfreien Zone gehört, reagieren gemischt. «Endlich kann ich Silvester ohne Angst um meine Katzen verbringen», freut sich Anwohnerin Sabine Müller (42). Gastronom Toni Schmid (38) hingegen befürchtet Einbußen: «Viele meiner Gäste kommen extra wegen der Stimmung mit Feuerwerk zu mir auf die Terrasse.»
Als Alternative plant die Stadt für 2025 eine zentrale Licht- und Lasershow am Olympiapark. «Wir wollen den Münchnern ein spektakuläres Erlebnis bieten, das umweltfreundlich und sicher ist», erklärt Kulturreferent Michael Weber. Die Kosten von geschätzten 120.000 Euro sollen teilweise durch Sponsoren gedeckt werden.
Um die Bürger auf die neuen Regeln vorzubereiten, startet die Stadt bereits im Sommer 2024 eine Informationskampagne. In den verbleibenden Bereichen, wo das Böllern noch erlaubt ist, gelten die üblichen gesetzlichen Einschränkungen: Feuerwerkskörper dürfen nur am 31. Dezember und 1. Januar gezündet werden.
Die Umweltschutzorganisation «Grünes München» hatte sich für ein stadtweites Komplettverbot eingesetzt. «Der Kompromiss ist ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Vereinsvorsitzende Lisa Gruber. «Aber wir bleiben bei unserer Forderung, München bis 2030 komplett böllerfrei zu machen.»
Für Touristen, die traditionell zahlreich zum Jahreswechsel in die Stadt kommen, will das Tourismusamt spezielle Informationsmaterialien bereitstellen. «Wir müssen sicherstellen, dass auch Besucher die neuen Regeln kennen und respektieren», betont Tourismusdirektor Markus Riedl.
Wer gegen das Böllerverbot verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Das Bußgeld wurde von bisher 35 Euro auf mindestens 100 Euro angehoben. Bei gefährlichen Verstößen oder Wiederholungstätern kann es auf bis zu 1.000 Euro steigen.
«Natürlich werden wir nicht an jeder Straßenecke stehen können», räumt Polizeisprecher Reichert ein. «Aber durch die mobile Überwachung mit Streifen und die Unterstützung des Ordnungsamtes erwarten wir eine deutlich bessere Einhaltung als in den Vorjahren.»
Die Münchner Feuerwehr hofft auf einen entspannteren Jahreswechsel. «Jeder Einsatz weniger bedeutet mehr Sicherheit für alle», sagt Branddirektor Klaus Wagner. «Und unsere Teams können sich auf wirkliche Notfälle konzentrieren.»