Die Polizei Düsseldorf hat drei Stadtbereiche als besondere Gefahrenzonen für die kommende Silvesternacht identifiziert. Altstadt, Hauptbahnhof und die Rheinuferpromenade werden verstärkt überwacht. Nach den Erfahrungen der Vorjahre rechnen die Beamten dort mit einem erhöhten Risiko für Auseinandersetzungen und unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern.
«Wir nehmen die Situation sehr ernst und werden mit ausreichend Personal vor Ort sein», erklärt Polizeipräsident Thorsten Fleiß. Die Einsatzkräfte werden nicht nur in Uniform, sondern auch in zivil unterwegs sein. Besonders der Bereich rund um die Heinrich-Heine-Allee gilt als Schwerpunkt, da sich hier traditionell viele Feiernde versammeln.
Im vergangenen Jahr wurden in diesen Bereichen über 200 Platzverweise ausgesprochen und 45 Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen. Die meisten Vorfälle betrafen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in Menschenmengen sowie alkoholbedingte Auseinandersetzungen.
Neu ist in diesem Jahr die Einbeziehung der Rheinuferpromenade in das Sicherheitskonzept. «Der Bereich zwischen Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke hat sich zum beliebten Treffpunkt entwickelt, was leider auch zu vermehrten Zwischenfällen führt», berichtet Einsatzleiter Michael Bergmann.
Die Stadt Düsseldorf unterstützt die Maßnahmen der Polizei und wird mit dem Ordnungsamt ebenfalls verstärkt präsent sein. «Wir wollen, dass alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer sicher ins neue Jahr feiern können», betont Ordnungsdezernent Christian Zaum.
Experten für Stadtentwicklung sehen in der Konzentration auf bestimmte Brennpunkte auch eine Chance. «Wenn die Sicherheitskräfte gezielt dort präsent sind, wo es wirklich nötig ist, können Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden», erklärt Stadtplanerin Monika Wehner vom Institut für urbane Sicherheit.
Anwohner der betroffenen Gebiete werden gebeten, besondere Vorsicht walten zu lassen und wertvolle Gegenstände nicht offen sichtbar im Auto zu lassen. Geparkte Fahrzeuge waren in den Vorjahren häufig Ziel von Beschädigungen durch Feuerwerkskörper.
Die Verkehrsbetriebe Rheinbahn haben bereits angekündigt, dass die Haltestellen in den genannten Bereichen zwischen 23 Uhr und 2 Uhr morgens nur eingeschränkt angefahren werden. Fahrgäste werden gebeten, auf Durchsagen zu achten und alternative Routen zu nutzen.
Die Feuerwehr Düsseldorf wird ebenfalls mit zusätzlichen Kräften im Einsatz sein. Im letzten Jahr mussten die Einsatzkräfte zu über 120 Bränden ausrücken, die meisten davon in den nun als Brennpunkte eingestuften Gebieten.
«Wir appellieren an alle Feiernden, verantwortungsvoll mit Feuerwerk umzugehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen», sagt Polizeisprecher Andreas Müller. «Silvester soll ein Fest der Freude sein, keine Nacht der Angst.«
Für Familien mit Kindern empfiehlt die Polizei, die ausgewiesenen Brennpunktbereiche zu meiden und stattdessen die organisierten Feuerwerke am Burgplatz oder in den Außenbezirken zu besuchen.
Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen gelten vom 31. Dezember, 18 Uhr, bis zum 1. Januar, 6 Uhr morgens. Während dieser Zeit ist in den genannten Bereichen mit Personenkontrollen und erhöhter Polizeipräsenz zu rechnen.
Wer Zeuge von gefährlichen Situationen wird, sollte umgehend den Notruf 110 wählen oder sich an die zahlreichen Einsatzkräfte vor Ort wenden.