Während viele Dresdner noch schliefen, waren die Mitarbeiter der Stadtreinigung bereits im Großeinsatz. Nach der langen Silvesternacht lag die Stadt unter einer Decke aus Feuerwerksmüll. Doch dieses Jahr stellte die Reinigungsteams vor besondere Herausforderungen.
«Es war kein einfacher Start ins neue Jahr für unsere Kollegen,» berichtet Michael Träger, Einsatzleiter der Dresdner Stadtreinigung. «Eine technische Havarie am Neujahrsmorgen hätte beinahe unseren gesamten Zeitplan durcheinandergebracht.»
Gegen 6 Uhr fiel ein wichtiges Kehrfahrzeug aus, das für die Reinigung der Altstadt eingeplant war. Ein defekter Hydraulikschlauch sorgte dafür, dass die Maschine nicht einsatzfähig war. In einem beeindruckenden Kraftakt organisierte die Stadtreinigung innerhalb kürzester Zeit Ersatz und stellte Teams neu zusammen.
Insgesamt waren 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 15 Fahrzeugen im Einsatz, um die Hinterlassenschaften der Silvesterfeierlichkeiten zu beseitigen. Besonders betroffen waren die traditionellen Feier-Hotspots: Der Theaterplatz, die Brühlsche Terrasse und die Augustusbrücke waren übersät mit Böllerhülsen, Raketenstäben und leeren Sektflaschen.
«Die Menge an Müll war vergleichbar mit den Vorjahren,» erklärt Stadtreinigungssprecher Thomas Fiedler. «Wir haben etwa 3,5 Tonnen Silvestermüll eingesammelt – das entspricht dem Gewicht eines kleinen Elefanten.» Im Vergleich zum Vorjahr sei das eine leichte Steigerung um etwa 300 Kilogramm.
Besonders erfreulich: Die beliebten städtischen Grünanlagen wie der Große Garten und der Alaunpark waren weniger vermüllt als befürchtet. «Viele Dresdner haben ihre Feuerwerksbatterien und sonstigen Abfälle selbst entsorgt oder in die bereitgestellten Müllbehälter geworfen,» lobt Fiedler das Verhalten vieler Bürger.
Doch nicht überall lief es so vorbildlich. In der Neustadt, insbesondere rund um die Alaunstraße, türmten sich die Überreste der nächtlichen Feiern. «Hier mussten wir besonders gründlich arbeiten,» erinnert sich Straßenreiniger Marco Schmidt. «Zwischen geparkten Autos lagen Unmengen an Böllern und zerbrochenen Flaschen.»
Die Stadtreinigung hatte ihren Einsatz gut vorbereitet. Bereits um 5 Uhr morgens begannen die ersten Teams mit der Reinigung der Innenstadt. Nach der technischen Panne wurde der Einsatzplan spontan angepasst. «Wir haben Mitarbeiter aus anderen Bereichen hinzugezogen und die Routen neu geplant,» erklärt Träger die Sofortmaßnahmen.
Bemerkenswert: Trotz des Ausfalls eines wichtigen Fahrzeugs konnte die Stadtreinigung die Hauptbereiche der Innenstadt bis 14 Uhr vollständig säubern – nur eine Stunde später als ursprünglich geplant.
«Ohne den Einsatz unserer Kollegen, die kurzfristig eingesprungen sind, hätte das nicht geklappt,» betont Träger. «Einige haben sogar ihre Neujahrspläne mit Familie umgestellt, um zu helfen.»
Die Kosten für die Silvestersäuberung belaufen sich nach ersten Schätzungen auf etwa 25.000 Euro – eine Summe, die aus dem regulären Etat der Stadtreinigung gedeckt wird. «Das gehört zu unserem Jahresplan und ist fest eingeplant,» erklärt Fiedler.
Die Dresdner Stadtverwaltung zeigte sich zufrieden mit dem Einsatz. «Trotz widriger Umstände haben unsere Teams hervorragende Arbeit geleistet,» lobt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. «Dresden war schon am frühen Nachmittag wieder präsentabel.»
Für die kommenden Jahre plant die Stadt, die Aufklärungsarbeit zu verstärken. «Wir wollen die Dresdner noch mehr sensibilisieren, ihren Silvestermüll selbst zu entsorgen,» sagt Jähnigen. «Jede Rakete, die im Müll statt auf der Straße landet, erleichtert die Arbeit unserer Stadtreinigung.»
Die Stadtreinigung Dresden blickt trotz der Herausforderungen positiv auf den Jahresbeginn. «Wenn wir selbst mit einer Havarie fertig werden, schaffen wir alles,» schmunzelt Einsatzleiter Träger. «Das Jahr kann nur besser werden.»
Für die Bürger der Stadt ist vor allem eines wichtig: Dank des unermüdlichen Einsatzes der Stadtreinigung konnten sie das neue Jahr in einer sauberen Stadt beginnen – trotz der nächtlichen Feierlichkeiten und unerwarteter technischer Probleme.