Nach der großen Silvesterparty steht Hamburg vor einer Herausforderung: Tausende Feiernde hinterlassen Berge von Müll. Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) bittet nun alle Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe bei der Beseitigung der Überreste der Neujahrsfeierlichkeiten.
«Wir können nicht überall gleichzeitig sein», erklärt Andree Möller, Sprecher der Stadtreinigung. «Besonders an beliebten Feierorten wie den Landungsbrücken, dem Jungfernstieg und rund um die Alster sammeln sich enorme Mengen an Böllerhülsen, Raketen und Flaschen an.«
Die Stadtreinigung ist mit über 800 Mitarbeitern im Einsatz, um die Hauptstraßen und öffentlichen Plätze zu säubern. Doch trotz dieser Anstrengungen bleibt viel Arbeit übrig. Im Vorjahr sammelte die SRH etwa 30 Tonnen Silvestermüll ein – eine Menge, die mehrere große Müllwagen füllt.
Besonders problematisch ist der Müll in Wohngebieten und Nebenstraßen. «Wir konzentrieren uns zuerst auf die Hauptverkehrsadern und stark frequentierten Bereiche», so Möller. «Für Nebenstraßen und Wohnviertel brauchen wir die Unterstützung der Anwohner.»
Die Stadt stellt für besonders verunreinigte Bereiche zusätzliche Müllcontainer auf. Zudem können Bürger über die «SauberApp» Müllhäufungen melden, die dann gezielt angefahren werden.
Umweltsenator Jens Kerstan betont die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengung: «Silvester ist ein Fest für alle, und alle sollten Verantwortung übernehmen. Eine saubere Stadt ist eine gemeinsame Aufgabe.»
Die Stadtreinigung gibt praktische Tipps zur Müllentsorgung: Feuerwerksbatterien sollten erst nach vollständigem Abkühlen in die Restmülltonne gegeben werden. Glasflaschen gehören in die Glascontainer. Kleinere Böller und Raketen können in der schwarzen Restmülltonne entsorgt werden.
Einige Hamburger Initiativen gehen mit gutem Beispiel voran. Im Stadtteil Ottensen organisieren Anwohner einen gemeinsamen «Neujahrsputz«. «Wir treffen uns am Neujahrsmorgen mit Handschuhen und Müllsäcken und machen unsere Straßen gemeinsam sauber», erzählt Lisa Bergmann von der Nachbarschaftsinitiative. «Das schafft nicht nur Ordnung, sondern auch ein gutes Gemeinschaftsgefühl.»
Der Hamburger Tierschutzverein weist zudem auf die Gefahren des Silvestermülls für Tiere hin. «Scharfkantige Überreste oder chemische Rückstände können Pfoten verletzen oder bei Verschlucken zu Vergiftungen führen«, warnt Vereinssprecherin Katharina Werner. «Je schneller der Müll verschwindet, desto besser für unsere tierischen Mitbewohner.»
Die Stadtreinigung rechnet damit, dass die Hauptreinigungsarbeiten etwa drei Tage in Anspruch nehmen werden. «Mit der Hilfe der Bürger können wir Hamburg schneller wieder auf Hochglanz bringen», hofft Möller. «Jeder Beitrag zählt – egal ob man nur vor der eigenen Haustür kehrt oder sich einer Nachbarschaftsaktion anschließt.»
Wer größere Mengen Silvestermüll entsorgen muss, kann auch die Recyclinghöfe der Stadt nutzen. Diese haben ab dem 2. Januar wieder zu den regulären Zeiten geöffnet.