Die Münchner haben das neue Jahr ausgelassen gefeiert – und dabei reichlich Spuren hinterlassen. Nach der Silvesternacht mussten die Mitarbeiter der Münchner Stadtreinigung insgesamt 41 Tonnen Müll von Straßen und Plätzen entfernen. Besonders betroffen waren beliebte Feierhotspots wie der Marienplatz, der Odeonsplatz und der Friedensengel.
«Die Menge an Müll war dieses Jahr besonders groß, weil das Wetter sehr mild war und dadurch mehr Menschen draußen gefeiert haben», erklärt Michael Bauer vom Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM). Die Reinigungskräfte begannen ihre Arbeit bereits um 2 Uhr morgens, um die Innenstadt von Feuerwerksbatterien, Raketen, Flaschen und anderen Hinterlassenschaften zu befreien.
Die Stadtreinigung setzte 14 Kehrmaschinen und über 120 Mitarbeiter ein, die in Sonderschichten arbeiteten. «Uns war wichtig, dass die Stadt am Neujahrstag wieder sauber ist. Viele Münchner machen traditionell ihren Neujahrsgang durch die Stadt, und da wollen wir ein ordentliches Bild bieten», so Bauer.
Neben dem Müll wurden auch zahlreiche Glasscherben entfernt. Besonders im Bereich des Gärtnerplatzes und an der Isar mussten Spezialfahrzeuge eingesetzt werden, um die Glassplitter zu beseitigen. Die Kosten für die Sonderreinigung belaufen sich laut Stadt auf etwa 35.000 Euro.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Müllmenge leicht gestiegen. 2023 wurden rund 38 Tonnen Silvestermüll eingesammelt. «Der Unterschied erklärt sich hauptsächlich durch die besseren Wetterbedingungen», erläutert Umweltreferentin Mona Fuchs. «Wir sehen aber auch, dass trotz aller Appelle noch zu wenig Menschen ihren eigenen Müll mitnehmen.»
Einige Bürgerinnen und Bürger zeigten jedoch Eigeninitiative. In mehreren Stadtvierteln, darunter Schwabing und Haidhausen, bildeten sich spontane Aufräumgruppen. «Das freut uns natürlich sehr», sagt Fuchs. «Jede helfende Hand macht einen Unterschied.»
Die Stadtverwaltung plant für das kommende Jahr eine verstärkte Kampagne für umweltbewussteres Feiern. «Wir wollen nicht den Spaß verderben, aber vielleicht können wir gemeinsam Wege finden, wie wir mit weniger Müll ins neue Jahr starten», so Fuchs.
Auch die Umweltbelastung durch Feinstaub war erheblich. Das Bayerische Landesamt für Umwelt registrierte in der Silvesternacht kurzzeitig Feinstaubwerte, die deutlich über den üblichen Werten lagen. Besonders in den engen Straßen der Altstadt wurden Spitzenwerte gemessen.
Dennoch zieht die Münchner Feuerwehr eine vergleichsweise positive Bilanz. «Wir hatten weniger Einsätze als befürchtet», berichtet Sprecher Thomas Klein. «Die meisten Münchnerinnen und Münchner haben verantwortungsvoll gefeiert.»
Für die Stadtreinigung beginnt jetzt bereits die Planung für den nächsten Jahreswechsel. «Silvester ist für uns wie ein kleines Oktoberfest – wir müssen monatelang im Voraus planen», erklärt Bauer. «Aber im Gegensatz zum Oktoberfest verteilt sich der Silvestermüll über die ganze Stadt.»
Die eingesammelten 41 Tonnen Müll werden nun fachgerecht sortiert. Während Papier und Karton recycelt werden können, muss der Großteil der Feuerwerksbatterien und Plastikteile verbrannt werden. «Das ist natürlich nicht ideal aus Umweltsicht», gibt Fuchs zu bedenken. «Deshalb werben wir auch für zentrale Feuerwerke oder alternative Formen des Feierns wie Lichtshows.»