Die stille Revolution auf unseren Handybildschirmen formt eine Generation. Bundesdigitalminister Volker Wissing fordert nun strikte Altersgrenzen für soziale Netzwerke. Kinder unter 16 Jahren sollten seiner Ansicht nach keinen Zugang mehr haben. Der Schutz der Jüngsten vor den psychischen Gefahren der digitalen Welt steht im Mittelpunkt seiner Initiative.
«Wir müssen unsere Kinder besser schützen», erklärte Wissing im BR-Interview. «Die ständige Verfügbarkeit und Reizüberflutung durch soziale Medien überfordert nachweislich viele Heranwachsende.» Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Fast jeder dritte Jugendliche in Deutschland verbringt täglich mehr als vier Stunden auf TikTok, Instagram und Co. Gleichzeitig steigen Depressionen und Angststörungen bei jungen Menschen besorgniserregend an.
Letzten Sommer saß ich im Café gegenüber einer Grundschule. Eine Gruppe Zehnjähriger kam heraus, alle mit Smartphones in den Händen. Keines der Kinder sprach miteinander. Die digitalen Welten hatten sie bereits vollständig absorbiert. Dieses Bild verfolgt mich noch heute.
Kritiker des Verbots argumentieren mit Medienkompetenz statt Verboten. Die Digitalexpertin Lena Meyer sieht andere Wege: «Wir brauchen bessere digitale Bildung und Begleitung, keine pauschalen Verbote.»
Die Debatte wirft grundlegende Fragen auf: Wie viel Schutz brauchen Kinder im digitalen Raum? Und wer trägt die Verantwortung – Eltern, Plattformen oder der Staat? Die Antworten darauf werden nicht nur die Bildschirmzeit unserer Kinder verändern, sondern möglicherweise ihre gesamte Entwicklung.