Lichtblick im Frühling: Frankfurt genießt bald wieder Abendsonne bis nach 20 Uhr
Die Tage werden spürbar länger in Frankfurt. Nach einem grauen Winter können sich die Frankfurterinnen und Frankfurter auf einen besonderen Moment freuen: Ab dem 23. März geht die Sonne in der Mainmetropole erst nach 18:30 Uhr unter. Nur eine Woche später, am 31. März, dürfen wir uns sogar über Sonnenlicht bis nach 20 Uhr freuen – dank der Zeitumstellung.
«Dieser Übergang ist für viele Menschen ein wichtiger psychologischer Moment», erklärt Dr. Martina Weber vom Frankfurter Institut für Gesundheitspsychologie. «Längeres Tageslicht wirkt sich nachweislich positiv auf unsere Stimmung aus und gibt vielen Menschen neue Energie.»
Die Frankfurter Parklandschaften bereiten sich bereits auf mehr Besucher in den Abendstunden vor. Der Grünflächenbeauftragte Thomas Müller berichtet: «Wir beobachten jedes Jahr, dass besonders der Palmengarten und der Grüneburgpark deutlich länger belebt sind, sobald die Sonne später untergeht. Die Menschen nutzen die zusätzliche Helligkeit für Spaziergänge, Sport oder einfach zum Entspannen.»
Besonders beliebt sind die Mainufer, wenn die tief stehende Abendsonne die Frankfurter Skyline in goldenes Licht taucht. Die charakteristische Silhouette der Hochhäuser bietet dann ein besonders fotogenes Panorama. Amateur-Fotografin Sandra Klein kommt seit Jahren regelmäßig zum «Eisernen Steg», um diese besonderen Momente einzufangen: «Im März ist das Licht ganz anders als im Sommer – weicher und mit diesem warmen Goldton. Perfekt für Skyline-Fotos.»
Die zunehmende Helligkeit belebt auch die Außengastronomie. «Wir stellen die Stühle und Tische schon bereit, auch wenn es manchmal noch recht frisch ist», sagt Gastronom Michael Schneider vom Café «Sonnenschein» im Nordend. «Sobald die Sonne länger scheint, möchten die Menschen draußen sitzen – notfalls auch mit Jacke und Decke.»
Für Berufstätige ist der längere Tag besonders wertvoll. «Endlich kann ich nach Feierabend noch eine Runde durch den Stadtwald joggen, ohne Stirnlampe», freut sich Bankkaufmann Markus Peters. «Im Winter ist es oft schon dunkel, wenn man aus dem Büro kommt. Da fehlt die Motivation.»
Die Zeitumstellung am letzten März-Wochenende beschert uns dann den sprunghaften Anstieg der Abendhelligkeit. Zwar verlieren wir dadurch eine Stunde Schlaf, gewinnen aber deutlich mehr Tageslicht am Abend. Ab dann wird die Sonne in Frankfurt erst nach 20 Uhr untergehen.
Astronomisch betrachtet nehmen die Tage jetzt besonders schnell zu. Während im Dezember die Tageslänge nur minimal wächst, gewinnen wir im März täglich mehrere Minuten an Helligkeit. Zur Sommersonnenwende am 21. Juni wird die Sonne in Frankfurt erst um 21:38 Uhr untergehen – fast zwei Stunden später als Ende März.
Wer die längeren Abende in Frankfurt besonders genießen möchte, findet an mehreren Aussichtspunkten ideale Bedingungen für den Sonnenuntergang: Die Aussichtsplattform des Main Towers, die Alte Brücke oder die Terrasse des Lohrbergs bieten spektakuläre Blicke auf die Stadt im Abendlicht.
Das längere Tageslicht bringt aber auch praktische Vorteile mit sich. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft verzeichnet mehr Radfahrer in den Abendstunden, was den öffentlichen Nahverkehr entlastet. Auch die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessert sich durch die längere natürliche Beleuchtung.
So beginnt mit dem späteren Sonnenuntergang für viele Frankfurter nicht nur kalendarisch, sondern auch gefühlt der Frühling – eine Zeit, in der die Stadt nach den dunklen Wintermonaten wieder aufblüht und das urbane Leben zurück in die öffentlichen Räume kehrt.