Article – In Berlin sorgt eine neue Initiative der Linken für Aufsehen. Private Großvermieter sollen künftig verpflichtet werden, einen Teil ihrer Wohnungen zu günstigen Preisen anzubieten. Nach Zahlen des Berliner Mietervereins sind die Mieten in der Hauptstadt seit 2012 um durchschnittlich 43 Prozent gestiegen – eine enorme Belastung für viele Berliner.
Die vorgeschlagene Sozialquote würde für Vermieter mit mehr als 3.000 Wohnungen gelten. Sie müssten demnach mindestens 15 Prozent ihrer Wohnungen zu sozialverträglichen Preisen anbieten. «Wohnen ist ein Grundrecht und kein Luxusgut», betont Klaus Lederer, Spitzenkandidat der Linken. Unterstützung kommt auch von Mieterverbänden, die seit Jahren vor einer zunehmenden Verdrängung warnen.
Die Immobilienbranche reagiert erwartungsgemäß ablehnend. Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen spricht von «planwirtschaftlichen Eingriffen» und warnt vor negativen Auswirkungen auf den Wohnungsbau. Als Berliner Journalistin erlebe ich täglich, wie das Thema Wohnen die Gemüter erhitzt – kaum ein Stammtisch, an dem nicht über steigende Mieten diskutiert wird.
Die Debatte wird das Berliner Abgeordnetenhaus in den kommenden Wochen beschäftigen. Ob die Initiative mehrheitsfähig ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Wohnungsfrage ist und bleibt eine der größten sozialen Herausforderungen für Berlin – mit oder ohne Sozialquote.