Die Zahlen sind alarmierend. In Hamburg fehlen derzeit über 32.000 Sozialwohnungen, in Niedersachsen sieht es kaum besser aus. Auf den Straßen unserer Städte begegne ich täglich Menschen, deren Sorgenfalten tiefer werden, wenn das Thema Wohnungssuche aufkommt. Die Mieten steigen, während bezahlbarer Wohnraum schwindet – eine Entwicklung, die unsere Gesellschaft zunehmend spaltet.
Der Bestand an Sozialwohnungen in Norddeutschland schmilzt seit Jahren wie Eis in der Sonne. Allein in Hamburg sank die Zahl von einst 400.000 auf aktuell rund 75.000 Wohnungen. «Wir stehen vor einer sozialen Herausforderung historischen Ausmaßes», erklärt Dorothee Stapelfeldt, Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und Geringverdiener. Letzte Woche traf ich Maria K., Reinigungskraft und alleinerziehend. «Ich suche seit 14 Monaten eine bezahlbare Wohnung für mich und meine Tochter», erzählte sie mir mit Tränen in den Augen. Ihr Fall ist längst keine Ausnahme mehr.
Experten sehen einen Lichtblick in neuen Förderprogrammen. In Niedersachsen will man bis 2025 jährlich 4.000 neue Sozialwohnungen schaffen. Doch reicht das? Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage öffnet sich weiter. Während wir über Luxussanierungen und Eigentumswohnungen diskutieren, verlieren wir die Basis unseres sozialen Zusammenlebens aus dem Blick: ein Dach über dem Kopf für alle. Die Wohnungsfrage wird zur Überlebensfrage unserer Städte als Orte gesellschaftlichen Zusammenhalts.