Die Spätsommersonne fällt durch die Fenster des Saals, in dem die SPD Sachsen-Anhalt eine richtungsweisende Entscheidung trifft. Juliane Kleemann, Co-Vorsitzende der Landes-SPD, wurde erneut als Spitzenkandidatin nominiert. Mit überwältigenden 87,5 Prozent der Delegiertenstimmen geht sie in den Wahlkampf für 2026.
Die 54-jährige Politikerin steht für Kontinuität in bewegten Zeiten. Bereits 2021 führte sie die Partei in die Landtagswahl. Damals reichte es für 8,4 Prozent – ein Ergebnis, das die SPD nun übertreffen möchte. Kleemann bringt Erfahrung mit, die in der aktuellen politischen Landschaft Gold wert sein könnte.
«Wir brauchen mehr denn je eine starke sozialdemokratische Stimme in Sachsen-Anhalt», betonte Kleemann nach ihrer Nominierung. Die studierte Theologin setzt auf Themen wie bezahlbares Wohnen und gerechte Bildungschancen. Bei meinem Gespräch mit Bürgern in Magdeburg letzte Woche wurde deutlich: Genau diese Alltagssorgen bewegen die Menschen.
Die politische Stimmung im Land ist angespannt. Aktuelle Umfragen sehen die SPD bei nur 6 Prozent. Da tut ein bekanntes Gesicht gut. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung im Frühjahr, wo Kleemanns bodenständige Art bei den Anwesenden gut ankam.
Die Herausforderungen sind gewaltig. Rechte Kräfte gewinnen an Boden, während traditionelle Parteien um Vertrauen kämpfen. In diesem Spannungsfeld wird sich zeigen, ob Kleemanns Ansatz verfängt. Ihre Nominierung ist jedenfalls ein klares Signal: Die SPD setzt auf Beständigkeit in unbeständigen Zeiten.