St. Pauli bricht den Derby-Fluch – Historischer Sieg nach 14 Jahren
Die Südkurve bebte, als Schiedsrichter Bastian Dankert nach 94 intensiven Minuten abpfiff. Der FC St. Pauli hat Geschichte geschrieben und erstmals seit 2011 wieder ein Stadtderby gegen den HSV gewonnen. Mit einem knappen 1:0 im Volksparkstadion endete eine 14-jährige Durststrecke für die Kiezkicker in der direkten Konfrontation mit dem großen Nachbarn.
Die 57.000 Zuschauer erlebten von Beginn an ein Duell mit elektrisierender Atmosphäre. Carlo Boukhalfa wurde zum unerwarteten Derbyhelden. Sein Treffer in der 43. Minute entschied die Partie. Nach einem präzisen Zuspiel von Elias Saad ließ er HSV-Keeper Matheo Raab keine Chance. «Dieser Moment bedeutet mir alles. Für solche Spiele lebt man als Fußballer», schwärmte der Torschütze nach dem Spiel.
HSV-Trainer Steffen Baumgart wirkte konsterniert: «Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht. St. Pauli war heute einfach galliger.» Die Statistik gibt ihm recht. St. Pauli gewann 54% der Zweikämpfe und ließ dem HSV kaum Raum für gefährliche Angriffe. Besonders Innenverteidiger Eric Smith überragte mit einer Passquote von beeindruckenden 93%.
Für die Kiezkicker ist dieser Triumph mehr als nur drei Punkte. Er manifestiert den Status als gleichwertiger Bundesligist nach dem gemeinsamen Aufstieg. Die Fans am Millerntor werden dieses Derby noch lange feiern. Der HSV muss sich derweil sammeln. Das nächste Stadtduell kommt bestimmt – und mit ihm die Chance auf Revanche in einer Rivalität, die Hamburg elektrisiert wie kaum ein anderes Sportereignis.