Die Stadt Frankfurt hat heute erstmals Einblicke in das neue Interimsquartier für die Städtischen Bühnen gewährt. Der provisorische Theaterbau im Stadtteil Ostend soll während der anstehenden Sanierung des Schauspiel- und Opernhauses am Willy-Brandt-Platz als kulturelles Zuhause dienen.
Der moderne Modulbau beeindruckt durch seine funktionale Architektur. Auf drei Etagen bietet er nicht nur einen großzügigen Theatersaal mit 850 Sitzplätzen, sondern auch Proberäume, Werkstätten und Verwaltungsbereiche. Die Akustik wurde von Spezialisten optimiert, um trotz des temporären Charakters ein hochwertiges Theatererlebnis zu garantieren.
„Dieser Übergangsbau ist mehr als nur ein Provisorium», erklärte Kulturdezernentin Ina Hartwig beim Rundgang. „Er bietet uns die Chance, auch während der Sanierungsphase ein vielfältiges Kulturprogramm aufrechtzuerhalten und neue Formate auszuprobieren.»
Die Kosten für das Interimsquartier belaufen sich auf rund 125 Millionen Euro – deutlich günstiger als zunächst befürchtet. Die Stadt betont, dass die Module später wiederverwendet werden können. Die Bauzeit betrug nur 18 Monate, was für ein Projekt dieser Größenordnung bemerkenswert schnell ist.
Besonders ins Auge fallen die lichtdurchfluteten Foyers und die moderne technische Ausstattung. „Wir haben hier tatsächlich einige Vorteile gegenüber dem alten Standort», berichtet Schauspielintendant Anselm Weber. „Die Bühnentechnik entspricht dem neuesten Stand und gibt uns kreative Möglichkeiten, die wir am Willy-Brandt-Platz so nicht hatten.»
Für das Publikum wurden neben dem Zuschauerraum auch gemütliche Aufenthaltsbereiche und eine Gastronomie geschaffen. Die Verkehrsanbindung ist durch nahegelegene Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs sichergestellt.
Die ersten Aufführungen im Interimsquartier sind für September geplant. Der Umzug der Ensembles und technischen Abteilungen beginnt bereits in den kommenden Wochen. Tickets für die neue Spielstätte können ab sofort online und an den bekannten Vorverkaufsstellen erworben werden.
Die Sanierung des historischen Theaterbaus am Willy-Brandt-Platz wird voraussichtlich fünf Jahre in Anspruch nehmen. Kritiker hatten zunächst befürchtet, dass ein Interimsquartier die künstlerische Qualität beeinträchtigen könnte. Nach der heutigen Besichtigung zeigten sich jedoch viele Kulturschaffende und Pressevertreter positiv überrascht von den geschaffenen Möglichkeiten.
Oberbürgermeister Mike Josef betonte die Bedeutung des Projekts: „Theater und Oper sind wesentliche Säulen unserer Kulturstadt Frankfurt. Mit diesem Interimsquartier stellen wir sicher, dass das kulturelle Leben während der notwendigen Sanierungsarbeiten nicht nur weitergeht, sondern neue Impulse erhält.»
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können das neue Theatergebäude bei einem Tag der offenen Tür am kommenden Wochenende selbst besichtigen. Führungen finden stündlich zwischen 10 und 18 Uhr statt.