Stromausfall in Köpenick: Tausende Menschen weiterhin ohne Strom
In Teilen von Berlin-Köpenick gehen nun schon den vierten Tag in Folge keine Lichter an. Der großflächige Stromausfall, der am Dienstagabend begann, betrifft noch immer etwa 3.000 Haushalte und 280 Gewerbebetriebe. Die Polizei hat ihre Präsenz in den betroffenen Gebieten deutlich verstärkt, um für Sicherheit zu sorgen.
«Die Situation ist für viele Anwohner eine echte Belastungsprobe», erklärt Polizeisprecherin Claudia Weber. «Besonders ältere Menschen und Familien mit kleinen Kindern leiden unter den Einschränkungen.» Die Beamten sind mit zusätzlichen Streifen unterwegs und haben mobile Wachen eingerichtet, wo Bürger Hilfe bekommen können.
Der Energieversorger Vattenfall arbeitet weiterhin mit Hochdruck an der Behebung des Problems. Nach Angaben des Unternehmens wurde ein Hauptkabel bei Bauarbeiten so schwer beschädigt, dass aufwendige Reparaturarbeiten nötig sind. «Wir haben rund 50 Techniker im Dauereinsatz«, sagt Vattenfall-Sprecher Thomas Müller. «Die Schäden sind leider umfangreicher als zunächst angenommen.»
Hilfsangebote für betroffene Bürger
Die Bezirksverwaltung Treptow-Köpenick hat mehrere Notfallzentren eingerichtet. Im Rathaus Köpenick und in zwei Schulen gibt es warme Mahlzeiten, Aufenthaltsmöglichkeiten und Ladestationen für Mobiltelefone. Das Deutsche Rote Kreuz verteilt Trinkwasser und hilft bei der Versorgung von pflegebedürftigen Personen.
«Wir erleben eine große Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft», berichtet Bezirksbürgermeister Oliver Schmidt. «Viele Bürger teilen Ressourcen und helfen älteren Nachbarn.» Besonders in den höheren Etagen der Wohnhäuser ist die Lage schwierig, da ohne Strom auch die Wasserpumpen nicht funktionieren.
Für besonders gefährdete Personen wurden Notunterkünfte in nicht betroffenen Stadtteilen organisiert. Die Feuerwehr bietet Transportmöglichkeiten an und steht für medizinische Notfälle bereit.
Geschäfte geschlossen, Alltag auf Eis
Die wirtschaftlichen Folgen des Stromausfalls sind erheblich. Zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Dienstleister mussten schließen. Kühlware im Wert von mehreren hunderttausend Euro ist bereits verdorben.
«Ich musste meine komplette Ware entsorgen», klagt Supermarktbetreiber Klaus Werner. «Der Schaden geht in die Zehntausende. Ich hoffe, dass die Versicherung einspringt.»
Auch Schulen und Kindergärten sind betroffen. Der Unterricht fällt in mehreren Einrichtungen seit Mittwoch aus. Viele Familien haben ihre Kinder zu Verwandten in anderen Stadtteilen gebracht.
Wann kommt der Strom zurück?
Die große Frage, die alle beschäftigt: Wann ist der Spuk vorbei? Vattenfall zeigt sich vorsichtig optimistisch. «Wir hoffen, bis zum späten Freitagabend die Versorgung für die meisten Haushalte wiederherstellen zu können», erklärt Unternehmenssprecher Müller. «Einige Bereiche könnten allerdings noch bis zum Wochenende ohne Strom bleiben.»
Die Reparaturarbeiten gestalten sich kompliziert, weil mehrere unterirdische Kabelverbindungen betroffen sind. Zudem müssen die Techniker besonders vorsichtig vorgehen, um keine weiteren Schäden zu verursachen.
Für die Anwohner heißt es also: weiterhin durchhalten. Die Polizei empfiehlt, Kerzen nur unter Aufsicht brennen zu lassen und auf elektrische Heizlüfter zu verzichten, sobald der Strom wieder fließt, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden.
«Dieser Stromausfall zeigt, wie abhängig wir von einer stabilen Energieversorgung sind», sagt Bezirksbürgermeister Schmidt. «Gleichzeitig sehen wir aber auch, wie stark der Zusammenhalt in unserer Gemeinschaft ist.»