Nach Stromausfall in Köpenick: Wegner verteidigt Krisenmanagement
Der tagelange Stromausfall in Köpenick hat viele Bewohner verärgert und Fragen zum Berliner Krisenmanagement aufgeworfen. In einer Regierungserklärung vor dem Abgeordnetenhaus verteidigte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) heute das Vorgehen der Behörden, räumte jedoch auch Verbesserungsbedarf ein.
«Die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften, den Energieversorgern und der Verwaltung hat grundsätzlich funktioniert», erklärte Wegner. Gleichzeitig betonte er: «Wir werden die Abläufe gemeinsam auswerten und daraus lernen.» Besonders die Kommunikation mit den Bürgern müsse verbessert werden.
Der Stromausfall hatte am 16. Februar begonnen, als ein Brand in einem Umspannwerk rund 30.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe in Köpenick lahmlegte. Erst nach drei Tagen konnte die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt werden. Viele Anwohner beklagten die mangelnde Information während der Krise.
Wegner kündigte konkrete Maßnahmen an: «Wir werden die Warninfrastruktur ausbauen und die Notfallpläne überarbeiten.» Dazu gehöre auch, mehr Notunterkünfte einzurichten und die Notstromversorgung für kritische Infrastruktur zu verbessern. «Berlin muss krisenfester werden», so der Regierende Bürgermeister.
Die Opposition kritisierte das Krisenmanagement des Senats dennoch scharf. «Die Menschen in Köpenick fühlten sich alleingelassen», sagte Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch. Sie forderte schnellere Reaktionszeiten und bessere Vorsorgemaßnahmen.
Während der Regierungserklärung stellte Wegner die Arbeit der Einsatzkräfte besonders heraus: «Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei und viele Freiwillige haben Großartiges geleistet.» Der Zusammenhalt der Berlinerinnen und Berliner in der Krise sei beeindruckend gewesen.
Experten weisen darauf hin, dass mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Klimawandel die Anfälligkeit der Infrastruktur steigt. Laut einer Studie des Bundesamts für Bevölkerungsschutz muss mit häufigeren Extremwetterereignissen gerechnet werden, die kritische Infrastrukturen wie die Stromversorgung gefährden können.
Eine Arbeitsgruppe soll nun bis Jahresende einen verbesserten Notfallplan für Berlin erarbeiten. Dieser soll insbesondere die Versorgung vulnerabler Gruppen wie älterer Menschen oder Pflegebedürftiger sicherstellen. Wegner versprach: «Wir werden dafür sorgen, dass Berlin bei künftigen Krisen besser vorbereitet ist.»